Die Finanzminister geben den Startschuss für den digitalen Euro

Die Einführung des digitalen Euros scheint nur noch eine Formsache zu sein. Das Gesetzesverfahren läuft bereits seit mehr als zwei Jahren, doch der Formalbeschluss für den Start steht immer noch aus. Dieser soll durch den EU-Rat, die Regierungen aller Mitgliedsstaaten, möglicherweise noch 2025 erfolgen.
Kein Beschluss vor 2026
Doch bis alle Gremien der Union den Beschluss gefasst haben, wird es wohl 2026 werden. Selbst dann dauert die Umsetzung des Projektes noch einige Jahre. Das gibt Kryptowährungen die Zeit, ihren Status zu festigen und auszubauen.
Während Bitcoin und Co. längst einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht haben, gilt der digitale Euro immer noch als große Unbekannte in der Bevölkerung. Sorgen und Vorbehalte gegen eine digitale Währung des Staates sind groß. Hier drängen sich die Themen Privatsphäre und staatliche Überwachung in den Mittelpunkt der Diskussionen.
Große Neugier bei der Bevölkerung, aber geringer Bekanntheitsgrad
Doch zumindest ist die Neugier auf den digitalen Euro groß. Rund zwei Drittel der Bevölkerung in der EU zeigen zumindest Interesse, diesen auszuprobieren. Das untermauert die Argumente der Befürworter, die im digitalen Euro eine Stärkung des Kontinents gegen den Ansturm der US-Tech-Konzerne sehen.

Wenn, die Abstimmung des EU-Parlaments, wie geplant im Mai über die Bühne geht, wäre dies der Startschuss für den staatlichen Versuch, eine Konkurrenz zu Kryptowährungen aufzubauen und so das staatliche Monopol über die Geldschöpfung zu stärken.
Wahlfreiheit oder Überwachungsinstrument?
Die EZB betont in diesem Zusammenhang immer wieder die Wahlfreiheit zwischen Bargeld und digitalem Euro. Der digitale Euro sei wichtig, um nicht von staatlichen Sanktionen, wie zuletzt jene der USA gegen Richter und Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, betroffen zu sein.
Dabei unterschlägt die EZB jedoch gerne, dass auch der digitale Euro programmierbar und steuerbar sein wird. Jene Sperre, die die betroffenen Richter gerade erleben, wäre auch mit dem digitalen Euro denkbar, aber eben nicht durch die USA, sondern durch die europäischen Institutionen.
Für Kryptowährungen entsteht mit dem digitalen Euro ein neuer Konkurrent, der jedoch aufgrund seiner Beschränkungen gleichzeitig die Vorteile von Bitcoin und Co. herausstreichen wird. Neue Kryptowährungen werden den digitalen Euro ebenso herausfordern wie die etablierten Token.
