Coinbase baut regulierte Derivate-Infrastruktur in den USA aus
Coinbase hat von der US-Terminhandelsaufsicht CFTC die Zulassung erhalten, mit Coinbase Clearing LLC eine eigene Derivatives Clearing Organization in den USA zu betreiben. Die Genehmigung deckt voll besicherte Futures, Optionen auf Futures und Swaps ab und lässt Coinbase damit einen weiteren Baustein der regulierten US-Derivate-Wertschöpfungskette intern abbilden. Nach eigenen Angaben soll die neue Infrastruktur USDC als Sicherheit sowie eine Abwicklung rund um die Uhr unterstützen.
Coinbase erweitert sein Derivate-Clearing
Der Bericht, aus dem diese Meldung stammt, wurde am 29. September veröffentlicht und beschreibt die Zulassung als am Montag wirksam. Coinbase Clearing LLC darf demnach voll besicherte Futures, Optionen auf Futures und Swaps clearen, gehebelte Produkte des Unternehmens fallen jedoch nicht unter diese Erlaubnis. Ein Clearinghaus tritt zwischen Käufer und Verkäufer einer Transaktion und übernimmt die Abwicklung sowie das Management des Gegenparteirisikos, auch im Fall eines Zahlungsausfalls.
Damit ergänzt Coinbase seine bestehende Derivate-Struktur, in der Coinbase Financial Markets Inc. bereits als Futures-Broker fungiert und Coinbase Derivatives LLC den Handel abwickelt. Wie die CFTC bei der Prüfung von Handelsplattformen generell auf Marktintegrität und Absicherung gegen Manipulation achtet, betrifft auch diese Zulassung klar abgegrenzte Produktkategorien statt des gesamten Angebots.
Drei Bausteine für regulierte US-Derivate
Die Clearing-Zulassung vervollständigt laut der Primärquelle Coinbases End-to-End-Infrastruktur für Derivate in den USA. Über die Handelsplattform Coinbase Derivatives listet das Unternehmen bereits US-regulierte Futures auf Bitcoin und Ether sowie Kontrakte auf Rohstoffe und Aktienindizes, ergänzt um langfristige, perpetual-ähnliche Krypto-Futures. Diese Produkte sind von der neuen Clearing-Erlaubnis für gehebelte Instrumente zu unterscheiden, die weiterhin außen vor bleibt.
Im Wettbewerbsumfeld verfolgen auch andere Anbieter eine ähnliche Strategie: Kraken-Mutter Payward hat im Mai die Übernahme von Bitnomial abgeschlossen und dadurch Zugang zu einer CFTC-regulierten Börse, einem Clearinghaus und einem Futures-Broker erhalten. Ähnlich wie bei regulierten Futures-Märkten an etablierten Terminbörsen zeigt sich, dass vertikal integrierte, regulierte Infrastruktur zunehmend zum Standard für institutionelle Krypto-Derivate wird.

Coinbase begründet den Ausbau der Infrastruktur
Molly Abraham, General Counsel bei Coinbase, ordnet die Zulassung als Vervollständigung der End-to-End-Derivate-Infrastruktur des Unternehmens ein. Sie sieht darin die Grundlage dafür, künftig weitere regulierte Derivateprodukte mit nativem USDC als Sicherheit und mit durchgehender Abwicklung an den Markt zu bringen.
Mehr Kontrolle, mehr Wettbewerb im US-Derivatemarkt
Mit dem eigenen Clearinghaus behält Coinbase einen weiteren Kernbereich der Derivate-Wertschöpfungskette in eigener Hand, statt ihn an externe Dienstleister auszulagern. Für institutionelle Marktteilnehmer bedeutet das vor allem mehr regulatorische Klarheit über Zuständigkeiten entlang der Kette aus Börse, Brokerage und Clearing – eine konkrete Kursreaktion oder unmittelbare Adoptionswelle lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Der Trend zu vertikal integrierten, regulierten Derivate-Anbietern dürfte sich angesichts der Bewegungen bei Payward und Bitnomial fortsetzen. Wie schnell Coinbase konkrete Kontrakte über die neue Clearingstelle abwickelt, hat das Unternehmen bislang nicht beziffert.
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