Bitcoin-Indikatoren warnen: „Es könnte noch tiefer gehen“

Bitcoin ist zuletzt immer weiter unter Druck geraten. Vom Allzeithoch ist der Kurs mittlerweile mehr als 50 Prozent entfernt, der übergeordnete Bärenmarkt bleibt damit klar intakt. Zwar verweisen einige Bullen aktuell auf eine mögliche Bodenbildung oder sogar einen Doppelboden, doch die On-Chain-Daten mahnen zur Vorsicht. Denn mehrere historische Indikatoren zeigen, dass frühere Bitcoin-Böden häufig erst nach einer tieferen Kapitulation erreicht wurden.
Besonders auffällig: Langfristige Halter stehen zwar zunehmend unter Druck, doch die typischen Extremwerte früherer Zyklustiefs fehlen bislang. Damit bleibt die zentrale Frage: Ist der Boden wirklich schon erreicht – oder handelt es sich nur um eine Zwischenstabilisierung innerhalb eines weiter intakten Abwärtstrends? Die folgenden Signale sprechen zumindest dafür, dass noch Risiken nach unten bestehen.
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Long-Term-Holder Realized Price: Bitcoin war historisch oft tiefer
Ein erstes Warnsignal liefert der Long-Term-Holder Realized Price. Dieser Wert beschreibt vereinfacht den durchschnittlichen Einstandspreis langfristiger Bitcoin-Halter. Laut der gezeigten Daten liegt dieser aktuell bei rund 49.300 US-Dollar. Historisch war es in früheren Bärenmärkten häufig so, dass Bitcoin diesen Bereich nicht nur getestet, sondern zeitweise auch unterschritten hat. Genau das gilt als klassische Kapitulationsphase: Selbst langfristig überzeugte Anleger geraten dann in den Verlustbereich, wodurch Verkaufsdruck und Angst ihren Höhepunkt erreichen.

Aktuell notiert Bitcoin zwar deutlich schwächer, liegt aber offenbar noch nicht klar unter dieser langfristigen Kostenbasis. Das kann bedeuten, dass der Markt bereits relativ weit bereinigt ist. Gleichzeitig fehlt damit aber auch ein Signal, das frühere finale Böden oft begleitet hat. Solange dieser Bereich nicht sauber getestet oder unterschritten wurde, bleibt die These einer bereits abgeschlossenen Bodenbildung anfällig.
Realized Price: Durchschnittliche Kostenbasis bleibt ein Magnet
Auch der allgemeine Realized Price wirkt aktuell wie ein wichtiger Prüfstein. Dieser liegt laut Screenshot bei rund 53.000 US-Dollar und bildet die durchschnittliche Kostenbasis aller Coins im Netzwerk ab. In früheren Bitcoin-Zyklen wurde dieser Bereich während tiefer Bärenmärkte regelmäßig angelaufen. Teilweise fiel der Markt sogar darunter, bevor eine nachhaltige Trendwende einsetzte.

Das Problem für die Bullen: Wenn Bitcoin oberhalb dieser Zone stabilisiert, kann das zwar kurzfristig Stärke signalisieren. Historisch betrachtet war der finale Boden aber häufig erst dann belastbarer, wenn auch diese breite Kostenbasis unter Druck geriet. Genau dort entsteht oft maximale Marktbereinigung, weil nicht nur kurzfristige Spekulanten, sondern ein großer Teil des Netzwerks in Buchverlusten sitzt. Sollte Bitcoin also weiter schwächeln, wäre der Bereich um 53.000 US-Dollar ein naheliegendes Ziel. Erst eine starke Reaktion dort würde die Bodenbildung überzeugender machen.
LTH- und STH-MVRV: Die Kapitulation wirkt noch nicht vollständig
Der MVRV-Vergleich zwischen Long-Term Holdern und Short-Term Holdern zeigt ebenfalls, dass der Markt möglicherweise noch nicht am klassischen Bodenpunkt angekommen ist. In früheren Zyklen näherten sich die MVRV-Werte langfristiger und kurzfristiger Halter oft stark an oder kreuzten sich in Phasen extremer Marktpanik. Genau diese Konvergenz steht laut der gezeigten Daten bislang noch aus.

Das ist relevant, weil echte Bärenmarktböden meist dann entstehen, wenn kaum noch Unterschied zwischen alten und neuen Marktteilnehmern besteht. Kurzfristige Käufer sind dann bereits tief im Verlust, während auch langfristige Halter kaum noch komfortable Gewinne besitzen. Diese Gleichschaltung des Schmerzes fehlt aktuell offenbar noch teilweise. Der Markt ist zwar deutlich abgekühlt, aber nicht zwingend vollständig ausgewaschen. Damit bleibt die Gefahr, dass Bitcoin noch eine weitere Verkaufswelle benötigt, um die MVRV-Struktur auf ein historisch typisches Boden-Niveau zu bringen.
Long-Term-Holder SOPR: Verluste ja, echte Panik nein
Der Long-Term-Holder SOPR zeigt, ob langfristige Halter ihre Coins mit Gewinn oder Verlust bewegen. Werte unter 1 deuten darauf hin, dass langfristige Anleger realisierte Verluste hinnehmen. Genau das ist aktuell laut Chart bereits zu beobachten. Doch der entscheidende Punkt ist die Intensität. In früheren Kapitulationsphasen fiel der Indikator deutlich tiefer und blieb teils länger unter Druck.

Aktuell sieht man zwar, dass langfristige Halter Verluste realisieren. Allerdings wirkt die Bewegung im historischen Vergleich noch nicht extrem genug, um eindeutig von einer finalen Kapitulation zu sprechen. Das spricht gegen die These, dass der Markt bereits den vollen Schmerz eines klassischen Bitcoin-Bärenmarktes verarbeitet hat. Für Bullen ist das ein zweischneidiges Signal: Einerseits ist bereits viel Angst eingepreist. Andererseits fehlt der brutale Ausverkauf, der frühere Bodenphasen oft markierte. Genau deshalb bleibt Vorsicht angebracht.
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