Bitcoin-Analyst warnt: Die Erholung täuscht

Nachdem sich Bitcoin in den vergangenen Tagen wieder deutlich von seinem jüngsten Tief erholen konnte, wächst unter vielen Anlegern die Hoffnung, dass der Bärenmarkt endgültig vorbei sein könnte. Doch genau vor diesem Optimismus warnt nun ein bekannter Krypto-Analyst. Seiner Einschätzung nach könnte die aktuelle Erholung sogar Teil einer klassischen Bullenfalle sein, wie sie bereits im letzten großen Bärenmarkt zu beobachten war.
Rückkehr über den MA200 könnte Anleger in Sicherheit wiegen
Im Mittelpunkt seiner Analyse steht der 200-Wochen-Durchschnitt (MA200 Weekly), einer der wichtigsten langfristigen Indikatoren im Bitcoin-Chart. Viele Investoren betrachten eine Rückeroberung dieses Durchschnitts als starkes Kaufsignal und als Hinweis darauf, dass ein neuer Bullenmarkt begonnen haben könnte.
Genau dieses Signal habe jedoch bereits im Jahr 2022 zahlreiche Anleger in die Irre geführt. Damals gelang Bitcoin nach dem ersten Einbruch ebenfalls die Rückkehr über den MA200. Mehrere Wochenschlusskurse oberhalb des Durchschnitts sorgten für Euphorie und viele Marktteilnehmer gingen davon aus, dass das Tief bereits erreicht sei.
Statt einer nachhaltigen Rallye folgte jedoch eine weitere Verkaufswelle, die Bitcoin schließlich bis in den Bereich von rund 15.500 US-Dollar drückte. Für den Analysten war diese Bewegung eine klassische Bullenfalle.
Wiederholt sich die Geschichte?
Auch im aktuellen Markt erkennt er auffällige Parallelen. Bitcoin hat den MA200 Weekly erneut verloren und nähert sich diesem nun von unten. Sollte der Kurs den gleitenden Durchschnitt zurückerobern, erwartet der Analyst einen deutlichen Stimmungsumschwung.
Seiner Ansicht nach würden viele Anleger genau an diesem Punkt wieder optimistisch werden und aus Angst, die nächste Rallye zu verpassen, verstärkt einsteigen. Gerade diese zusätzliche Nachfrage könne jedoch den großen Marktteilnehmern die notwendige Liquidität liefern, um ihre Positionen umzuschichten.
Aus diesem Grund hält der Analyst eine kurzfristige Aufwärtsbewegung sogar für möglich – allerdings nicht als Beginn eines neuen Bullenmarktes, sondern als letzten Anstieg vor einer erneuten Kapitulation.
Lies auch: Die besten Krypto Presales 2026
Kursziel zwischen 68.000 und 69.000 Dollar
Bereits vor einigen Wochen habe er angekündigt, im Bereich zwischen 68.000 und 69.000 US-Dollar weitere Short-Positionen eröffnen zu wollen. Dort sieht er aktuell eine attraktive Zone, falls Bitcoin tatsächlich noch einmal über den MA200 ansteigen sollte.
Unterhalb dieses Bereichs möchte er seine Positionen hingegen nicht weiter ausbauen. Sein übergeordnetes Szenario bleibt unverändert: Zunächst eine Erholung im Sommer, anschließend eine erneute Ablehnung und schließlich ein finales Tief im Herbst.
Als mögliche Zielregion für diese letzte Abwärtsbewegung nennt er weiterhin den Bereich zwischen 40.000 und 50.000 US-Dollar. Dort sieht er eine bedeutende Unterstützungszone, die auch mit früheren institutionellen Käufen zusammenfällt.
Makrodaten könnten über die nächsten Wochen entscheiden
Neben der Charttechnik blickt der Analyst auch auf die bevorstehenden Wirtschaftsdaten aus den USA. Besonders das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank könnte neue Hinweise darauf liefern, wie restriktiv die Fed ihren geldpolitischen Kurs künftig fortsetzen möchte.
Sollte sich bestätigen, dass innerhalb der Notenbank weiterhin eine eher straffe Geldpolitik bevorzugt wird, könnte dies den Druck auf risikoreiche Anlageklassen wie Bitcoin erhöhen. Ergänzend dürften auch neue Arbeitsmarktdaten und Zahlen zur Kreditvergabe für zusätzliche Schwankungen sorgen.
Ob sich das Szenario tatsächlich wiederholt oder Bitcoin den historischen Vergleich widerlegt, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass die kommenden Wochen aus charttechnischer und makroökonomischer Sicht besonders spannend werden dürften.
Weiterlesen: Neue Kryptowährungen mit Potenzial
