Bei STRC beginnt Strategys Wechsel zum Tagesrhythmus
Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter und frühere Softwareanbieter MicroStrategy, bittet seine Aktionäre um Zustimmung zu einem grundlegenden Wechsel im Auszahlungsrhythmus seiner vier Vorzugsaktien. Dividenden auf STRF, STRC, STRK und STRD sollen künftig für jeden Kalendertag berechnet werden, einschließlich Wochenenden und Feiertagen, statt wie bisher in längeren Intervallen.
Das Unternehmen hat dafür eine virtuelle Sonderversammlung für den 28. Oktober angesetzt. Zur Begründung erklärte Strategy, die Umstellung würde den Reinvestitions-Lag verringern, die Liquidität verbessern und für mehr Preisstabilität sorgen.
STRC macht den Anfang
Sollten die Aktionäre zustimmen, würde STRC als erste der vier Serien umgestellt: Der erste tägliche Record-Date fiele auf den 1. November, die erste Zahlung folgte am 2. November. STRF, STRK und STRD würden erst zum 1. Januar 2027 auf tägliche Record-Dates wechseln, mit einer ersten Zahlung am 4. Januar 2027.
Fällt ein Record-Date auf ein Wochenende oder einen Feiertag, soll die Auszahlung grundsätzlich am nächsten Geschäftstag erfolgen. Strategy betont dabei ausdrücklich, dass sich weder die Dividendensätze noch die gesamten regulären Ausschüttungen ändern – es handelt sich laut der Unternehmensmitteilung um eine reine Kalenderumstellung, nicht um eine Änderung der Dividendenökonomie. Wirksam werden die Änderungen erst, nachdem Strategy aktualisierte Zertifikate für die Vorzugsaktien beim US-Bundesstaat Delaware eingereicht hat.
Leverage-Problem bei STRC als Hintergrund
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der STRC unter seinen festgelegten Wert von 100 US-Dollar gerutscht war. Strategy-CEO Phong Le führte dies auf eine deutlich höhere Fremdkapitalquote im Markt zurück, als das Unternehmen erwartet hatte: Investoren hätten sich günstig gegen Bitcoin verschuldet, um in STRC zu investieren und die Zinsspanne zu vereinnahmen, gerieten bei fallenden Bitcoin-Kursen jedoch unter Druck, entweder zusätzliche Sicherheiten zu stellen oder ihre Position aufzulösen.
Um einen ähnlichen Abverkauf künftig zu verhindern, will Strategy eine starke Dollar-Reserve vorhalten und STRC bei Notierungen unter dem Nennwert gezielt zurückkaufen können. Gleichzeitig soll die tägliche Dividende dazu beitragen, verstärkt institutionelle und langfristig orientierte Anleger anzuziehen statt kurzfristig gehebelter Trader.
Was die Abstimmung bedeutet
Für die Zustimmung reicht die Mehrheit der Stimmrechte der ausstehenden Stammaktien; die Halter der betroffenen Vorzugsaktien selbst haben bei dieser Abstimmung kein Mitspracherecht. Strategy hatte zuletzt zudem den ersten Bitcoin-Kauf seit August gemeldet, 950 Bitcoin für 75,7 Millionen US-Dollar, nachdem das Unternehmen zuvor Teile seines Bestands verkauft und den Fokus auf die Absicherung der Bilanz gelegt hatte – ein Kontrast zu Fällen wie der jüngsten vollständigen Auflösung einer Bitcoin-Treasury bei einem anderen börsennotierten Unternehmen.
Für den Markt bleibt entscheidend, ob die tägliche Dividendenstruktur tatsächlich mehr langfristig orientiertes Kapital anzieht und die Volatilität der Vorzugsaktien dämpft, wie es das Management als Ziel formuliert. Bestätigt die Aktionärsversammlung am 28. Oktober den Vorschlag, wäre es ein weiterer Baustein im Finanzierungsgerüst rund um Strategys Position als größtem börsennotierten Bitcoin-Halter.
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