Bis zu 18 Millionen Kunden: RBI nutzt Bitpanda-Framework

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Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat mit Bitpanda Enterprise ein gemeinsames Digital-Asset-Framework für ihr Bankennetz in Mittel- und Osteuropa vereinbart. Die Infrastruktur könnte perspektivisch bis zu 18 Millionen Bankkunden erreichen, wobei jede einzelne Netzwerkbank selbst entscheidet, welche Produkte sie anbietet und wann der Start erfolgt.

RBI und Bitpanda schaffen Framework für bis zu 18 Millionen Kunden

RBI betreibt Tochterbanken in 11 mittel- und osteuropäischen Märkten und bedient nach eigenen Angaben mehr als 18 Millionen Kunden. Bitpanda Enterprise liefert dabei die zugrunde liegende Digital-Asset-Technologie, auf deren Basis die Netzwerkbanken eigene Angebote aufbauen können.

Entscheidend ist die Aufgabenteilung: Bitpanda stellt die technische Infrastruktur, während jede Bank auf Grundlage lokaler regulatorischer Anforderungen und Marktbedingungen selbst über Produktangebot und Zeitpunkt der Einführung entscheidet. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass alle RBI-Kunden gleichzeitig Zugang zu Kryptodienstleistungen erhalten – der Rollout verläuft je nach Markt unterschiedlich.

Österreichisches Modell wird auf das RBI-Netz ausgeweitet

Die Zusammenarbeit zwischen Raiffeisen und Bitpanda begann bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien), einer der ersten traditionellen EU-Banken, die Kunden Zugang zu digitalen Assets innerhalb der bestehenden Bankumgebung ermöglichte. Kunden mussten dafür kein separates Konto bei einer Kryptoplattform eröffnen – Bitpanda lieferte lediglich die Technologie im Hintergrund.

Im Juni folgte die Raiffeisen Landesbank Tirol mit einem eigenen Zugang zu digitalen Assets über Bitpanda Enterprise. Das neue RBI-Abkommen überträgt diesen Ansatz nun von einzelnen österreichischen Banken auf ein Framework, das über mehrere Märkte hinweg genutzt werden kann. Wie sich diese Öffnung traditioneller Banken für Kryptoangebote in Deutschland ausdrückt, zeigt das Beispiel der Volksbanken, die einen ähnlichen Weg über Infrastrukturpartner einschlagen.

Bitpanda liefert die Infrastruktur, Banken bestimmen das Angebot

Bitpanda Enterprise deckt dabei mehr ab als reinen Krypto-Handel: Das Unternehmen bietet institutionelle Infrastruktur für Trading, Verwahrung, Liquidität, Zahlungen, Stablecoins und Tokenisierung an. Diese Systeme lassen sich in bestehende Produkte einer Bank integrieren, ohne dass diese eigene Kryptoinfrastruktur von Grund auf aufbauen muss.

Die konkreten Entscheidungen bleiben laut Bitpanda bei den einzelnen Netzwerkbanken: Sie legen basierend auf lokalen Regeln, Nachfrage und operativen Voraussetzungen fest, welche Produkte wann eingeführt werden. Ein einheitlicher Zeitplan für alle 11 Märkte existiert demnach nicht.

Banken bauen ihren Anteil am regulierten Kryptomarkt aus

Die RBI-Bitpanda-Vereinbarung fällt in eine Phase wachsender Bankenbeteiligung am regulierten EU-Kryptomarkt. Laut Daten der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) stellten Banken bis zum 16. September fast 23 Prozent aller im Kryptoanbieterregister gelisteten Unternehmen – ihre Zahl war von rund 40 Ende Juni auf etwa 80 gestiegen, während die Gesamtzahl gelisteter Kryptoanbieter im gleichen Zeitraum von 243 auf 349 zunahm.

Möglich macht das die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA), die Kreditinstituten einen eigenen Zugang zu bestimmten Kryptodienstleistungen eröffnet: Sie müssen lediglich die erforderlichen Informationen bei ihrer Heimatregulierungsbehörde einreichen, während Kryptounternehmen in der Regel eine vollständige Zulassung als Krypto-Dienstleister (CASP) benötigen. Bitpanda positioniert seine regulierte Infrastruktur genau für diesen Weg – als Möglichkeit für Banken, ohne eigene Trading- und Verwahrungssysteme in den Markt einzusteigen. Mehr zum regulatorischen Hintergrund dieser Entwicklung liefert der Beitrag zum Wachstum der Banken im MiCA-Register.

Dass regulierte Infrastruktur nicht automatisch mit Beanstandungsfreiheit gleichzusetzen ist, zeigt ein anderer Fall aus diesem Jahr: Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) verhängte im August eine Strafe von 70.000 Euro gegen Bitpanda wegen Verstößen gegen Anforderungen an Krypto-Whitepaper und Marketing. Das Verfahren wurde im beschleunigten Verfahren abgeschlossen und war die erste veröffentlichte finale Sanktion der österreichischen Aufsicht unter MiCA.

Quelle: crypto.news

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