Memecoin-Käufe: Visa beendet Umweg über digitale Medien
Visa unterbindet einen Verarbeitungsweg über den Zahlungsdienstleister Crossmint, der Memecoin-Käufe mit Kreditkarten unter einem für digitale Medien vorgesehenen Händlercode abwickeln ließ. Memecoin-Käufe verschwinden dadurch nicht, die bislang möglichen Kreditkartenprämien wie Punkte oder Cashback dürften aber wegfallen, sobald die Transaktionen künftig korrekt als Krypto-Käufe eingestuft werden.
Visa ändert die Händlerkategorie für Memecoin-Käufe
Betroffen ist der Checkout von Crossmint, einem Anbieter für Krypto-Zahlungsinfrastruktur, der unter anderem von den Apps Robinhood Wallet und Fomo genutzt wird. Nutzer konnten dort Memecoins über Apple Pay oder Google Pay mit Kreditkarte kaufen, ohne einen separaten KYC-Prozess zu durchlaufen. Testkäufe mit Visa- und Mastercard-Karten wurden dabei als „digital goods media“ codiert – jene Kategorie, die eigentlich für E-Books, Filme oder Musik gedacht ist – statt als Kryptowährungstransaktion.
Genau diese Fehlkategorisierung ermöglichte reguläre Kreditkartenprämien auf Memecoin-Käufe, wie ein früherer Bericht zur Abrechnungspraxis bei Fomo bereits zeigte. Visa hat laut Primärquelle Zahlungsabwickler wie Checkout.com darüber informiert, dass der Code für Memecoin-Käufe nicht mehr akzeptiert wird. Die Abwickler erhielten eine Übergangsfrist, die voraussichtlich in der kommenden Woche endet.
Warum die Einstufung als digitale Medien relevant war
Händlerkategorien bestimmen, wie Kartennetzwerke und ausgebende Banken eine Transaktion einordnen und ob sie prämienfähig ist. Der bislang verwendete Code für digitale Medien war für Käufe wie E-Books oder Streaming-Inhalte vorgesehen, nicht für den Erwerb von Kryptowerten. Weil Memecoins darunter liefen, konnten Karteninhaber gewöhnliche Punkte oder Cashback verbuchen, obwohl Krypto-Transaktionen bei Kartenprogrammen normalerweise ausgeschlossen sind.
Crossmint verteidigte sein Vorgehen mit Verweis auf eine SEC-Staff-Äußerung aus dem Jahr 2025, die bestimmte Memecoins eher als Sammelobjekte denn als Wertpapiere beschrieb. Für die Zahlungsabwicklung durch Visa ist diese aufsichtsrechtliche Einordnung jedoch offenbar nicht maßgeblich.
Chase und Behörden prüfen die Einordnung
Chase teilte mit, dass mindestens eine Visa-Transaktion nicht als Kryptowährungskauf markiert und mit einem falschen Händlercode versehen worden sei; sie hätte deshalb keine Prämien einbringen sollen. Die Bank eröffnete daraufhin einen Fall bei Visa. Auch das Büro der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft erklärte, es sei sich der Angelegenheit bewusst und prüfe sie.
Visa und Crossmint reagierten zunächst nicht auf Anfragen zu dem Vorgang.
Für Prämien zählt künftig die Krypto-Kategorisierung
Die unmittelbare Änderung betrifft vor allem die Verarbeitung und Abrechnung, nicht grundsätzlich die Möglichkeit, Memecoins per Kreditkarte zu kaufen. Sobald die Transaktionen als Krypto-Käufe geführt werden, unterliegen sie Visas entsprechenden Regeln und Beschränkungen – reguläre Kartenprämien dürften dabei entfallen.
Der Fall zeigt, dass eine tiefere Integration von Krypto in bestehende Kartennetzwerke eine genauere Klassifizierung von Transaktionen erfordert, ähnlich wie sich regulierte Zahlungswege im Stablecoin-Bereich zunehmend etablieren, etwa bei der jüngsten Finanzierungsrunde von dtcpay. Ob Kreditkartenanbieter außerhalb von Visa ähnliche Schritte einleiten, bleibt bislang offen.