Rund 10 Milliarden Dollar: USA und UK bekämpfen Krypto-Betrug
Die USA und Großbritannien haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um international agierende Krypto- und Cyberbetrugsnetzwerke gemeinsam zu bekämpfen. Beteiligt sind das US Attorney’s Office für den District of Columbia, der Crown Prosecution Service von England und Wales sowie die britische National Crime Agency. Ziel der Vereinbarung ist es, Ermittlungen zu koordinieren und Informationen über Betrugsnetzwerke auszutauschen.
Nach Angaben der beteiligten Behörden erbeuten diese Netzwerke jährlich rund 10 Milliarden US-Dollar von US-Bürgern. Das Abkommen richtet sich damit gegen grenzüberschreitende Strukturen, die nach Darstellung der Behörden in mehreren Ländern tätig sind.
Gemeinsame Offensive gegen Betrugsnetzwerke
Im Rahmen des MoU sollen die drei Behörden parallele Ermittlungen gegen gemeinsame Ziele führen. Außerdem wollen sie Informationen über organisierte kriminelle Vereinigungen austauschen und festlegen, welches Land die jeweiligen Fälle verfolgt. Die Kooperation soll die Abstimmung zwischen den Strafverfolgungsbehörden beider Länder stärken.
Unterzeichnet wurde das Abkommen von US-Staatsanwältin Jeanine Ferris Pirro, dem britischen Crown Prosecutor Stephen Parkinson und dem Generaldirektor der National Crime Agency, Graeme Biggar. Die Zeremonie fand in der Residenz des britischen Botschafters in den USA statt.
Beide Seiten haben nach Angaben der Behörden bereits Fälle mit Überschneidungen identifiziert. Die National Crime Agency plant zudem Anfang Oktober in London eine persönliche Störungsoperation mit Partnern aus der Privatwirtschaft.
Vorgeschichte und steigende Verluste
Das neue MoU erweitert eine Kampagne, die im November 2025 begann, als Pirro die sogenannte Scam Center Strike Force ins Leben rief. Im April wurden nach Angaben der Behörden gemeinsam mit Partnern mehr als 700 Millionen US-Dollar an Krypto-Vermögenswerten eingefroren, die mit Betrugsnetzwerken in Verbindung stehen. Im Juli wurden weitere 25 Millionen US-Dollar beschlagnahmt, wie das US Attorney’s Office für den District of Columbia mitteilte.
Die gemeldeten Verluste durch cybergestützten Anlagebetrug erreichten 2025 laut FBI 8,65 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 89 Prozent gegenüber 4,57 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023. Fast 85 Prozent aller im Vorjahr beim Internet Crime Complaint Center (IC3) gemeldeten Verluste entfielen auf cybergestützten Betrug. Das FBI weist darauf hin, dass viele Opfer keine Anzeige erstatten und die tatsächlichen Verluste daher höher liegen können.

Reaktionen und Einordnung der Behörden
Pirro bezeichnete die Vereinbarung als eine Art Kriegsallianz gegen transnationale Kriminalität. Die Behörden stellen die Kooperation als Reaktion auf grenzüberschreitende organisierte Kriminalität dar. Nach ihrer Darstellung nutzen Betreiber der Betrugsstrukturen auch Menschenhandel, um ihre Gewinne zu steigern.
Parkinson und Biggar unterzeichneten das Abkommen als Vertreter des Crown Prosecution Service beziehungsweise der National Crime Agency. Weitere Details zum offiziellen Rahmen der Vereinbarung finden sich in der Mitteilung des US Attorney’s Office.