Warum Bitcoin trotz Bärenmarkt langfristig attraktiver werden könnte
Grayscale erwartet, dass die Bitcoin-Adoption unabhängig vom aktuellen Bärenmarkt weiter zunimmt. Zach Pandl, Leiter der Forschungsabteilung bei Grayscale, nannte am 12. August drei strukturelle Faktoren, die er als mittel- bis langfristige Treiber betrachtet: Staatsdefizite, die Verbreitung der Blockchain-Technologie und einen Generationswechsel bei der Portfoliozusammensetzung.
Pandl erklärte, unabhängig von der kurzfristigen Kursentwicklung sehe man wesentliche Gründe, warum die Bitcoin-Adoption mittel- und langfristig weiter zunehmen könne. Damit stellt Grayscale die These auf, dass strukturelle Trends über einzelne Marktzyklen hinausreichen.
Staatsverschuldung als fiskalischer Hintergrund
Der erste Faktor beruht auf der Annahme, dass anhaltende Defizite und wachsende Staatsverschuldung das Interesse an Vermögenswerten mit begrenztem Angebot steigern könnten. Laut Finanzdaten des US-Finanzministeriums beliefen sich die ausstehenden öffentlichen Schulden der USA am 12. August auf insgesamt 39,91 Billionen US-Dollar, davon 32,18 Billionen US-Dollar im Besitz der Öffentlichkeit und 7,73 Billionen US-Dollar an innerstaatlichen Beständen.

Grayscale betont dabei ausdrücklich, dass eine höhere Verschuldung nicht automatisch Nachfrage nach Bitcoin erzeugt. Prognosen des Congressional Budget Office zeigen jedoch, dass der fiskalische Druck erheblich bleibt: Für das Haushaltsjahr 2026 wird ein Defizit von 1,9 Billionen US-Dollar erwartet, das bis 2036 auf 3,1 Billionen US-Dollar steigen soll, während die öffentlich gehaltene Schuld von 101 Prozent auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettert.
Blockchain-Infrastruktur rückt näher an regulierte Märkte
Das zweite Argument konzentriert sich weniger auf den Bitcoin-Preis als auf die zugrunde liegende Infrastruktur. Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte bringen Blockchain-Technologie zunehmend in etablierte Finanzmärkte, wobei der Markt für tokenisierte Vermögenswerte im Mai die Marke von 34 Milliarden US-Dollar überschritt, verglichen mit weniger als 3 Milliarden US-Dollar Mitte 2024. Tokenisierte US-Staatsanleihen machten davon rund 16 Milliarden US-Dollar aus.
Die SEC beschrieb tokenisierte Wertpapiere als Wertpapiere, die durch Krypto-Assets repräsentiert werden und deren Eigentumsverzeichnisse ganz oder teilweise über Krypto-Netzwerke geführt werden. Für Stablecoins entsteht parallel ein regulatorisches Rahmenwerk: Der Vorschlag des US-Finanzministeriums vom April zur Umsetzung der GENIUS-Act-Anforderungen würde zugelassene Emittenten als Finanzinstitute im Sinne des Bank Secrecy Act behandeln und Programme gegen Geldwäsche sowie zur Sanktions-Compliance vorschreiben.
Generationswechsel verändert Portfoliomodelle
Der dritte Treiber ist der Generationswechsel bei der Portfoliozusammenstellung. Jüngere Anleger zeigen laut Grayscale eine größere Bereitschaft, digitale Vermögenswerte und alternative Anlagen neben Aktien und Anleihen zu halten, was institutionelle Vermögensverwalter dazu bewegen dürfte, ihre Produkte entsprechend anzupassen.

Grayscale geht davon aus, dass diese Präferenz institutionelle Anleger und Vermögensverwaltungsplattformen beeinflussen wird, wenn sie ihre Produkte und Portfoliomodelle an Anleger anpassen, die sich mit einer Bitcoin-Allokation wohler fühlen.
Quelle: news.bitcoin.com