Coinbase öffnet britische App für Aktienhandel

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Coinbase hat von der britischen Finanzaufsicht FCA eine Investment-Services-Lizenz, die sogenannte MiFID-Zulassung, erhalten. Damit darf die Kryptobörse künftig auch klassische Finanzinstrumente wie Aktien und Derivate anbieten – für das Unternehmen die größte Produkterweiterung auf dem britischen Markt bisher.

Privatkunden sollen künftig erstmals über die Coinbase-App Aktien handeln können.

Was die neue Lizenz konkret erlaubt

Institutionelle und erfahrene Trader erhalten zusätzlich Zugang zu Derivaten auf Kryptowährungen, Aktien und Rohstoffe. Der Verkauf von Krypto-Derivaten an Privatanleger bleibt in Großbritannien jedoch weiterhin nicht erlaubt. Aktien bleiben damit vorerst das zentrale neue Produkt für die breite Kundschaft, während Derivate auf professionelle Marktteilnehmer beschränkt sind.

Die neue Zulassung fügt sich in eine Strategie, die Coinbase-Chef Brian Armstrong seit Monaten verfolgt: Die App soll zu einer Everything Exchange ausgebaut werden, die Krypto, Aktien, Derivate, Prognosemärkte, Zahlungen und Sparprodukte unter einem Dach vereint. In den USA hat Coinbase bereits als erste zentrale Börse Krypto-Perpetual-Futures eingeführt und rollt parallel Aktienhandel sowie auf Kalshi gestützte Prognosemärkte aus.

Warum Großbritannien als Testfeld dient

Großbritannien gilt als einer der wichtigsten Auslandsmärkte für diese Expansion. Die Aufsicht verweist auf rund sieben Millionen britische Erwachsene, die bereits Kryptowährungen besitzen – eine Kundenbasis, die Coinbase mit einem breiteren Produktangebot ansprechen will.

Die vollständige britische Kryptoregulierung soll erst im Oktober 2027 greifen, ihr Rahmenwerk hat die FCA aber bereits Ende Juni veröffentlicht. Coinbase verfügt in Großbritannien neben der neuen MiFID-Lizenz auch über eine E-Geld-Lizenz und eine Krypto-Registrierung. Nach eigener Darstellung ist das Unternehmen damit der am umfassendsten regulierte Krypto-Anbieter im Land.

Ökosystem wächst auch abseits der Börse

Dass die Coinbase-eigene Blockchain Base an Zugkraft gewinnt, zeigt sich auch abseits der Lizenzfrage. Das Entertainment-Startup KOR Protocol, das auf Base aufbaut, hat frisches Kapital von Investoren wie 1kx und Blockchain Capital eingesammelt und wird mittlerweile mit 100 Millionen US-Dollar bewertet. Solche Projekte tragen zur Nutzung von Base bei – ein Baustein, der für Coinbases langfristige Positionierung als Infrastrukturanbieter mindestens so wichtig ist wie der Handel selbst.

Für den weiteren Ausbau der Everything Exchange bleibt Großbritannien ein Testfeld: Zeigt sich dort Nachfrage nach Aktienhandel innerhalb der Krypto-App, dürfte das Modell auch in weiteren Märkten Schule machen.

Quelle: Börse Express

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