Altcoin wird deflationär: Kaufchance im Juli?

NEAR gehört heute zu den stärkeren Altcoins und legt innerhalb von 24 Stunden rund vier Prozent zu, während der breite Kryptomarkt überwiegend konsolidiert. Hinter der Bewegung steht jedoch nicht ausschließlich kurzfristige Spekulation. Das Netzwerk erzielt steigende Einnahmen, die für Rückkäufe des NEAR-Tokens eingesetzt werden und die laufende Ausgabe neuer Coins zunehmend ausgleichen könnten.
Für den Kurs ist dieses Verhältnis entscheidend: Trifft eine wachsende Nachfrage auf ein langsamer steigendes oder sogar sinkendes Angebot, entsteht grundsätzlich Aufwärtsdruck. Genau deshalb gilt eine dauerhaft deflationäre Tokenökonomie als potenziell bullischer Faktor – vorausgesetzt, die zugrunde liegende Netzwerkaktivität bleibt erhalten.
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NEAR nähert sich der Deflation: Diese Kennzahlen sind jetzt entscheidend
Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen die sogenannten NEAR Intents. Über dieses System können Nutzer blockchainübergreifende Transaktionen und Token-Swaps ausführen, ohne jeden technischen Zwischenschritt selbst festlegen zu müssen. Das kumulierte Transaktionsvolumen soll inzwischen die Marke von 22 Milliarden US-Dollar überschritten haben. Entscheidend ist dabei jedoch nicht nur das Volumen, sondern welcher Anteil der anfallenden Gebühren tatsächlich beim Protokoll verbleibt.
Diese sogenannte Capture Rate ist zuletzt deutlich gestiegen. Im langfristigen Durchschnitt lag sie laut NEAR bei rund 11,8 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage erhöhte sie sich auf 15,5 Prozent, innerhalb der jüngsten sieben Tage sogar auf 29,5 Prozent. Das bedeutet vereinfacht: Von denselben über das System abgewickelten Transaktionen behält das Protokoll heute einen wesentlich größeren Gebührenanteil als zuvor. Mehr Aktivität führt dadurch effizienter zu echten Einnahmen.
Insgesamt weist NEAR bislang Protokolleinnahmen von rund 4,05 Millionen US-Dollar aus. Etwa 24 Prozent davon sollen allein innerhalb der vergangenen 30 Tage entstanden sein. Gleichzeitig stieg die Nettomarge auf ungefähr 4,3 Basispunkte des abgewickelten Swap-Volumens. Das klingt zunächst gering, kann bei Milliardenvolumina jedoch relevante Einnahmen erzeugen.
Diese Einnahmen fließen in NEAR-Rückkäufe. Das Protokoll kauft somit Token am Markt zurück und erzeugt zusätzliche Nachfrage. Entscheidend für eine echte Deflation ist anschließend der Vergleich mit der Neuemission: Werden durch Rückkäufe und weitere Verbrennungsmechanismen mehr NEAR aus dem Umlauf genommen beziehungsweise kompensiert, als neue Token ausgegeben werden, sinkt das Nettoangebot.
Noch ist diese Schwelle nicht erreicht. Die Protokolleinnahmen entsprachen zuletzt jedoch bereits rund 22 bis 24 Prozent der innerhalb des betrachteten Zeitraums neu ausgegebenen NEAR-Token. Der Abstand zur Deflation bleibt damit beträchtlich, wird bei steigendem Volumen, höherer Gebührenabschöpfung und besseren Margen jedoch kleiner. NEAR ist somit aktuell noch nicht deflationär – die wirtschaftlichen Voraussetzungen bewegen sich aber sichtbar in diese Richtung.
NEAR Ausblick: Fundamentale Stärke trifft bullische Signale
Neben der verbesserten Tokenökonomie zeigt NEAR derzeit weitere fundamental positive Entwicklungen. Besonders auffällig ist das Wachstum der Stablecoin-Liquidität im Netzwerk. Nach Daten von DefiLlama stieg die Marktkapitalisierung der auf NEAR verfügbaren Stablecoins innerhalb einer Woche um rund 76,5 Prozent auf knapp 114 Millionen US-Dollar. Damit rückte NEAR zeitweise auf Platz 32 der größten Stablecoin-Netzwerke vor.
Eine steigende Stablecoin-Menge ist für eine Blockchain grundsätzlich relevant, weil sie auf zusätzliches verfügbares Kapital im Ökosystem hindeutet. Stablecoins dienen häufig als Ausgangspunkt für Handel, DeFi-Anwendungen, Zahlungen oder Liquiditätsbereitstellung. Entscheidend wird nun sein, ob dieses Kapital dauerhaft im Netzwerk bleibt und tatsächlich in Anwendungen eingesetzt wird. In Kombination mit dem stark gewachsenen Volumen über NEAR Intents könnte die Entwicklung jedoch darauf hindeuten, dass die wirtschaftliche Aktivität des Netzwerks anzieht. Mehr Liquidität und mehr Transaktionen können wiederum höhere Gebühren, steigende Protokolleinnahmen und zusätzliche Token-Rückkäufe ermöglichen.
Parallel dazu zeigen sich erste Anzeichen relativer Stärke im Kurs. Der bekannte Analyst Michaël van de Poppe sieht bei NEAR die Ausbildung eines höheren Tiefs. Ein solches „Higher Low“ bedeutet, dass Käufer bereits auf einem höheren Kursniveau zurückkehren als beim vorherigen Rücksetzer. Damit verbessert sich die kurzfristige Marktstruktur zumindest vorsichtig.
Für eine stärkere Trendwende müsse NEAR nach seiner Einschätzung zunächst den Bereich von 1,80 Euro beziehungsweise rund 2,10 US-Dollar überwinden. Dort befindet sich eine wichtige Widerstandszone, an der frühere Erholungsversuche scheitern könnten. Gelingt jedoch ein nachhaltiger Ausbruch, sieht der Analyst weiteres Potenzial in Richtung 2,50 US-Dollar und darüber.
Noch handelt es sich damit nicht um einen bestätigten langfristigen Aufwärtstrend. Die Kombination aus steigender Stablecoin-Liquidität, wachsenden Protokolleinnahmen, effizienterer Gebührenabschöpfung und einer sich verbessernden Chartstruktur liefert jedoch mehrere Signale, die NEAR aktuell von vielen schwächeren Altcoins unterscheiden.
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