Wird der XRP Kurs manipuliert? Citibank-Dokumente im Fokus

Jesse von Apex Crypto sorgt derzeit für Schlagzeilen mit der These, dass der XRP Kurs absichtlich niedrig gehalten wird. Sein wichtigstes Indiz ist ein Dokument der Citibank aus dem Jahr 2021. Darin wurde ursprünglich der Begriff „Regulated Internet of Value“ verwendet, bevor die Terminologie stillschweigend in „Regulated Liability Network“ (RLN) geändert wurde. Laut Jesse geschah dies, um die allzu offensichtliche Verbindung zu Ripple zu verschleiern.
Die Kurshistorie von XRP verleiht diesem Argument eine gewisse Glaubwürdigkeit. Während des Bullenmarktes 2018 erreichte der Token einen Höchststand von 3,84 $ und touchierte im aktuellen Zyklus bereits die Marke von 3,60 $. Zwischen diesen beiden Spitzenwerten bewegte sich der Preis jedoch fast ein Jahrzehnt lang seitwärts, während der Bitcoin-Kurs massive Zuwächse verzeichnete.

Angesichts der institutionellen Reichweite von Ripple und der ambitionierten Ziele des Interledger Protokolls wirft dieser flache Kursverlauf zumindest Fragen auf. Das „Regulated Liability Network“, wie es von Tony McLaughlin von der Citibank beschrieben wird, ist ein Shared-Ledger-Framework für tokenisierte Bankeinlagen. Dieses Konzept weist strukturell große Ähnlichkeiten zu den Zielen auf, die Ripple seit seiner Gründung verfolgt.
Jenseits der XRP News: Das Citibank-Dokument und die institutionelle Logik
Jesses Argumentation folgt einer Kausalkette: Die Citibank veröffentlichte 2021 ein Dokument mit der Phrase „Regulated Internet of Value“, die direkt auf Ripples eigene „Internet of Value“-Thesis und das Interledger Protokoll anspielt. Später legte Citi das Konzept unter dem Namen „Regulated Liability Network“ neu auf und entfernte dabei die Assoziationen zu Ripple.
Die Verbindung geht noch weiter. McLaughlin bezeichnete das Regulated Liability Network und das Shared-Ledger-Konzept öffentlich als ein und dieselbe Idee. Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat separat über eine „Unified Ledger“-Architektur diskutiert, die die Infrastruktur des Korrespondenzbankwesens ersetzen und langfristig SWIFT als Rückgrat des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs ablösen könnte.
Jesses Logik dahinter: Falls XRP oder ein Derivat des Ripple-Protokolls die Basis dieser Infrastruktur bildet, wäre ein extrem volatiler Vermögenswert das Letzte, was institutionelle Architekten gebrauchen könnten.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse betonte hingegen öffentlich, dass das tägliche Handelsvolumen von XRP in Milliardenhöhe den Token zu liquide mache, als dass eine einzelne Entität ihn kontrollieren könnte. Auch Ripple-CTO David Schwartz wies darauf hin, dass die Performance von XRP weitgehend der anderer Large-Cap-Altcoins folgt.
Ein entscheidender Punkt bleibt: Die rund 18-monatige Untersuchung der SEC vor ihrer Klage im Jahr 2020 ergab keine Hinweise auf Preismanipulationen durch Ripple. Jesse legt zudem keine harten Beweise für eine koordinierte Unterdrückung vor; sein Fall stützt sich auf die Interpretation von Dokumenten und Indizienketten, nicht auf offengelegte Handelsdaten oder behördliche Unterlagen.
Die Frage bleibt, wie Jesse selbst einräumt, ungeklärt. Dennoch horcht die Krypto-Community auf: Der Abgleich zwischen institutioneller Abwicklungsinfrastruktur und der jahrelangen Stagnation des XRP-Kurses wird nicht mehr nur als Randerscheinung betrachtet.
Hier weiterlesen: Top Krypto Presales für den nächsten Zyklus
