Über 200 Krypto-Unternehmen drängen den US-Senat – CLARITY Act läuft gegen die Zeit
Die Krypto-Industrie macht Druck: Ein breites Bündnis fordert den US-Senat auf, den CLARITY Act noch vor der Sommerpause zu verabschieden. Doch die Chancen sinken – Galaxy Digital hat seine Prognose bereits gesenkt.
In einem gemeinsamen Brief an Senate Majority Leader John Thune und Minority Leader Chuck Schumer haben mehr als 200 Krypto-Unternehmen und Organisationen den US-Senat aufgefordert, den CLARITY Act ohne weitere Verzögerung zur Abstimmung zu bringen. Unterzeichnet wurde das Schreiben von den vier größten Krypto-Lobby-Gruppen: Stand With Crypto, The Digital Chamber, der Blockchain Association und dem Crypto Council for Innovation. Die Botschaft ist eindeutig: Der Senatsausschuss für Bankwesen habe monatelange biparteiische Arbeit in den Gesetzentwurf investiert – nun müsse der Senat diesen Schwung nutzen.
Was auf dem Spiel steht – und warum es stockt
Der CLARITY Act würde die Zuständigkeiten zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Warenterminbehörde CFTC für Krypto-Vermögenswerte klar regeln. Doch das Gesetz ist mehrfach ins Stocken geraten. Bankenverbände fordern ein Verbot von Stablecoin-Renditen auf Plattformen, die Krypto-Industrie kämpft für Schutzklauseln für Entwickler dezentraler Anwendungen. Zusätzlich verlangen mehrere Senatoren Änderungen zu Ethik-Fragen und Maßnahmen gegen illegale Finanzströme – ohne diese Korrekturen könnten die erforderlichen 60 Stimmen für eine ungehinderte Abstimmung nicht erreicht werden. Senatorin Cynthia Lummis bestätigte gegenüber CNBC, dass an diesen Punkten gearbeitet werde.
Galaxy senkt Chancen auf 60 Prozent – Fenster schließt sich nach August
Die Zeit läuft davon. Galaxy Digital hat seine Einschätzung der Verabschiedungswahrscheinlichkeit in 2026 von 75 auf 60 Prozent gesenkt und warnt: Das Gesetz muss den Senat vor der Sommerpause Ende Juli passieren – danach schließt sich das Fenster effektiv. Der Senat hat noch keinen Termin für eine Plenardebatte angesetzt, und Galaxy sieht bislang keine Anzeichen dafür, dass die offenen Streitpunkte gelöst wurden. Für die Krypto-Branche, die seit Jahren auf regulatorische Klarheit wartet, wäre ein erneutes Scheitern ein erheblicher Rückschlag.
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