Regulatorik in den USA: Ex-CFTC-Chef Giancarlo sieht Banken als Hauptleidtragende bei Verzögerungen
In der Debatte um den CLARITY Act, das wegweisende Gesetz zur Krypto-Marktstruktur in den USA, hat sich der ehemalige CFTC-Vorsitzende Chris Giancarlo am 8. März 2026 im Podcast von Scott Melker deutlich positioniert. Seine Kernaussage: Während die Krypto-Industrie auch ohne klare Regeln weiterbaut, sind es die US-Banken, die ohne regulatorische Sicherheit den Anschluss an die globale Finanzinnovation verlieren.
Das Gesetz wurde bereits im Juli 2025 vom Repräsentantenhaus verabschiedet, stockt jedoch aktuell im Bankenausschuss des Senats. Streitpunkte sind unter anderem Regelungen zu Renditen auf Stablecoins.
Banken brauchen Sicherheit für Milliarden-Investments
Laut Giancarlo verbieten die Rechtsabteilungen der großen US-Banken ihren Vorständen derzeit massive Investitionen in digitale Finanzarchitekturen, solange die rechtliche Lage ungeklärt ist.
- Innovationsstau: Banken können es sich im Gegensatz zu Krypto-Startups nicht leisten, “einfach zu bauen”. Sie benötigen ein Fundament, das über Präsidentschaftszyklen hinweg Bestand hat.
- Gefahr durch das Ausland: Giancarlo warnt, dass asiatische und europäische Finanzplätze bereits moderne digitale Schienen (“digital rails”) legen. Sollten US-Banken zu lange warten, riskieren sie, mit ihrem analogen, nachrichtenbasierten System ins Hintertreffen zu geraten.
Plan B: Paul Atkins und Mike Selig als „Regelsetzer“
Sollte der CLARITY Act im Senat scheitern oder nicht von Präsident Trump unterzeichnet werden, erwartet Giancarlo, dass die Behördenleiter selbst aktiv werden. Er setzt dabei auf Paul Atkins (SEC) und Mike Selig (CFTC).
- Behörden-Regeln statt Gesetz: Die neuen Leiter könnten durch interne Richtlinien und neue Regelwerke zumindest vorübergehende Klarheit schaffen.
- Eingeschränkte Sicherheit: Giancarlo betont jedoch, dass solche Behörden-Regeln niemals die langfristige Sicherheit eines echten Gesetzes bieten können. Dies würde die Banken weiterhin in einer defensiven Rolle halten (“Rear Guard” statt “Forefront”).
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