Bitcoin Prognose: Wie Nasdaq-Aktie? Diese Analyse schockt Anleger
In den vergangenen Wochen hat sich am Kryptomarkt ein bemerkenswertes Muster gezeigt: Bitcoin bewegte sich teilweise stark im Gleichlauf mit dem US-Softwaresektor. Besonders deutlich wurde diese Dynamik während der jüngsten Turbulenzen rund um den sogenannten „AI-Scare-Trade“, der zahlreiche Software-Aktien massiv unter Druck setzte.
Anleger reagierten nervös auf mögliche strukturelle Risiken und Bewertungsfragen im KI-Umfeld, was zu deutlichen Abverkäufen im Technologiesektor führte. In diesem Umfeld geriet auch Bitcoin zeitweise unter Druck, da viele Investoren den Vermögenswert zunehmend wie einen wachstumsorientierten Risiko-Asset behandeln.
Der Analyst SuperBitcoinBro argumentierte, dass der Markt Bitcoin aktuell falsch einpreist. Während die Stimmung am Kryptomarkt laut ihm auf Rekordniveau von Angst geprägt ist, werde Bitcoin kurzfristig wie eine Software-Aktie bewertet – statt als knappes digitales Geld. Genau darin sieht er eine Informationsasymmetrie: Viele Investoren reagieren emotional, obwohl fundamentale Faktoren unverändert seien. Zwar erwarten zahlreiche Marktteilnehmer weiterhin einen klassischen Vierjahreszyklus mit einem möglichen Rückgang in Richtung 40.000 US-Dollar bis Ende 2026. Doch nach fünf roten Monaten und einer langen Seitwärtsphase signalisierten mehrere Modelle bereits eine deutliche Unterbewertung. Besonders die stark zusammengezogenen Bollinger-Bänder könnten laut ihm eine größere Aufwärtsbewegung vorbereiten.
Zuletzt mehren sich Hinweise, dass sich Bitcoin wieder etwas von dieser engen Korrelation lösen könnte. Was steckt hinter dieser Bitcoin Analyse?
Bitcoin = Software-Aktie: Trendwende voraus?
Der Analyst Greg Cipolaro, Head of Research bei NYDIG, analysiert in seiner aktuellen Marktstudie die auffällige Korrelation zwischen Bitcoin und US-Softwareaktien – insbesondere gemessen am Software-ETF IGV. Auf den ersten Blick scheint die Entwicklung tatsächlich erstaunlich ähnlich: Sowohl Bitcoin als auch Software-Aktien bewegten sich zuletzt in stark korrelierenden Mustern. Dies führte bei einigen Marktbeobachtern zu der These, Bitcoin entwickle sich zunehmend zu einer Art „Proxy“ für Software-Aktien oder generell für das KI-Narrativ. Doch was zeigt die Bitcoin Prognose wirklich?
Cipolaro hält diese Schlussfolgerung jedoch für überzogen. Seiner Analyse zufolge spiegelt die beobachtete Korrelation weniger eine strukturelle Verbindung zwischen Bitcoin und dem Softwaresektor wider, sondern vielmehr ein gemeinsames makroökonomisches Umfeld. Sowohl Software-Aktien als auch Bitcoin reagieren derzeit stark auf Liquiditätsbedingungen, Zinserwartungen und allgemeine Risikobereitschaft am Markt. In diesem Sinne handelt es sich eher um eine Korrelation innerhalb derselben Kategorie von Vermögenswerten – nämlich langfristige Wachstums-Assets mit hoher Sensitivität gegenüber Liquidität.

Ein Blick auf die Daten bestätigt dieses Bild. In den vergangenen Monaten ist die 90-Tage-Korrelation von Bitcoin nicht nur mit dem Softwaresektor gestiegen, sondern auch mit breiteren Aktienindizes wie dem Nasdaq-100 und dem S&P-500. Das deutet darauf hin, dass Bitcoin aktuell weniger von spezifischen Technologie-Narrativen beeinflusst wird, sondern stärker als „High-Beta-Growth-Asset“ gehandelt wird.
Interessant ist zudem ein weiterer Punkt der Analyse: Während die Korrelation mit Software- und Technologieaktien gestiegen ist, hat sich die Beziehung zu Halbleiteraktien zuletzt sogar abgeschwächt. Dies ist bemerkenswert, da der Halbleitersektor aktuell stark vom KI-Boom profitiert, während Softwareunternehmen zunehmend mit Wettbewerbsdruck und Disruptionsrisiken konfrontiert sind. Die unterschiedliche Entwicklung der beiden Branchen unterstreicht laut Cipolaro, dass Bitcoin nicht einfach einem spezifischen Tech-Narrativ folgt.
Bitcoin Korrelation bleibt kurzfristig
Selbst wenn kurzfristige Korrelationen steigen, bleibt der Einfluss traditioneller Aktienmärkte auf Bitcoin begrenzt. Eine Korrelation von etwa 0,5 bedeutet statistisch, dass lediglich rund 25 % der Preisbewegungen von Bitcoin durch die Entwicklung der jeweiligen Aktienmärkte erklärt werden können. Anders gesagt: Rund drei Viertel der Kursbewegungen entstehen weiterhin aus Faktoren, die spezifisch für den Kryptomarkt sind.
Zu diesen eigenständigen Treibern zählen etwa Kapitalflüsse in Spot-ETFs, Entwicklungen bei Derivatemärkten, On-Chain-Aktivität, regulatorische Entscheidungen oder technologische Fortschritte im Netzwerk. Diese Faktoren sorgen dafür, dass Bitcoin trotz zeitweiser Korrelation weiterhin ein eigenständiger Vermögenswert mit eigener Marktstruktur bleibt.
Für Anleger bedeutet das laut Cipolaro vor allem eines: Kurzfristige Gleichläufe mit Aktienmärkten sollten nicht überinterpretiert werden. Sie spiegeln häufig nur das aktuelle Makroumfeld wider. Langfristig bleibt Bitcoin jedoch ein Asset mit eigenständigen Treibern:
„Bitcoin unterscheidet sich strukturell von früheren Technologiezyklen. Es handelt sich um ein Währungsnetzwerk, das von der Kante nach innen aufgebaut ist, von einzelnen Benutzern über Family Offices, Vermögensverwalter, Unternehmen und ETFs bis hin zu einigen Staaten. Die Beteiligung der Zentralbanken kann die Anlageklasse letztlich zwar weiter validieren, sie ist jedoch keine Voraussetzung für weiteres Wachstum. Der Wert von Bitcoin ergibt sich aus seinem weltweit verteilten Netzwerk, seiner politischen Neutralität sowie seinen technischen und wirtschaftlichen Eigenschaften, die einen zensurresistenten Werttransfer, digitale Knappheit und einen unabhängigen Betrieb ohne eine einzelne Regierung, Institution oder Währungsbehörde ermöglichen.“
