Infografik: Bitcoin zwischen Massensterben und Millionen-Vision – warum Krypto-Kritiker oft recht haben, aber Bitcoin trotzdem überlebt

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Der Kryptomarkt steht erneut an einem kritischen Punkt. Für viele Anleger boten die vergangenen Monate wenig Anlass zur Zuversicht. Bitcoin notiert aktuell bei rund 77.700 US-Dollar und damit deutlich unter dem Allzeithoch des Vorjahres von 126.080 US-Dollar. Bei zahlreichen Altcoins fällt die Bilanz noch deutlich schlechter aus. In solchen Marktphasen kehren sie regelmäßig zurück: die Stimmen, die Bitcoin und den gesamten Kryptosektor für gescheitert erklären. Eine neue Infografik von Cryptonews greift diese Stimmung auf und stellt sie den extremen Gegenthesen gegenüber, die den Markt seit Jahren begleiten.

Anzahl der Publikationen in reichweitenstarken Medien, die Bitcoin bereits für tot erklärt haben. Bildquelle: bitcoindeaths.com

Wie die Infografik zeigt, wurde Bitcoin in den vergangenen Jahren bereits 457-mal von reichweitenstarken Medien für „tot“ erklärt. Auffällig ist dabei nicht nur die Häufigkeit dieser Abgesänge, sondern ihr wiederkehrendes Muster. In vielen Fällen folgten auf diese Todeserklärungen neue Aufwärtsbewegungen, teils stärker als zuvor. Der Abgesang ist damit längst Teil des Bitcoin-Zyklus geworden und begleitet nahezu jede größere Korrekturphase.

Gleichzeitig macht die Infografik deutlich, dass Krypto-Skeptiker keineswegs grundsätzlich falsch liegen. Vor allem im Bereich neuer Kryptowährungen haben sich Warnungen häufig bestätigt. Allein im vergangenen Jahr verschwanden 11.607.391 Coins vom Markt, während im selben Zeitraum 20.170.928 neue Token entstanden. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme Fluktuation innerhalb des Krypto-Ökosystems und zeigen, wie hoch die Ausfallquote neuer Projekte tatsächlich ist.

Anzahl der neugelisteteten sowie nicht mehr existierenden Kryptowährungen nach Jahr. Quelle: Coingecko Research

Wie aus der Infografik hervorgeht, sind bereits 53,2 Prozent aller neu gestarteten Coins wieder vom Markt verschwunden. Für Kritiker ist dies eines der stärksten Argumente gegen den Sektor insgesamt. Ein Großteil der Projekte scheitert früh, viele Token verlieren innerhalb kurzer Zeit ihren gesamten Wert. Die verbreitete Skepsis speist sich damit nicht aus ideologischer Ablehnung, sondern aus beobachtbaren Marktmechanismen.

Anzahl der 2025 neugelisteten Kryptowährungen, die Anfang 2026 überhaupt noch existieren. Quelle: Coingecko Research

Zusätzlich rücken neue Unsicherheiten in den Fokus, die über klassische Marktzyklen hinausgehen. Ein zunehmend diskutiertes Thema sind potenzielle Quantenrisiken. Aktuelle Studien, auf die sich die Infografik bezieht, gehen davon aus, dass zwischen 20 und 50 Prozent aller Bitcoins theoretisch verwundbar sein könnten. Ursache sind wiederverwendete öffentliche Schlüssel, die künftigen Quantenangriffen Angriffsflächen bieten könnten. Die Frage, ob Bitcoin langfristig technisch angreifbar wird, und man aktuell Bitcoin kaufen sollte, erhält dadurch neue Relevanz.

Schätzung: Anteil der im Umlauf befindenden Bitcoins, die künftig aufgrund von Quantenangriffe verwunderbar sein könnten. Quelle: yellow.com

Demgegenüber steht jedoch eine klare Gegenthese. Befürworter argumentieren, dass Bitcoin kein starres System ist, sondern sich weiterentwickeln kann. Diskutiert werden quantensichere Signaturverfahren oder Protokollanpassungen im Rahmen eines Forks. Aus dieser Perspektive wäre Bitcoin in der Lage, auf technologische Durchbrüche zu reagieren, bevor daraus ein reales Sicherheitsrisiko entsteht.

Parallel zu diesen Risiken existiert ein bemerkenswerter Optimismus auf institutioneller Ebene. Die Infografik verweist auf eine extreme Bitcoin Prognose von VanEck, die im bullishen Szenario einen Bitcoin-Preis von bis zu 53 Millionen US-Dollar im Jahr 2050 sieht. Begründet wird diese Einschätzung mit einem drohenden „Superzyklus der Staatsverschuldung“ in den entwickelten Volkswirtschaften. VanEck dreht dabei die klassische Risikoperspektive um: Nicht die Volatilität von Bitcoin stelle das größte Risiko dar, sondern das vollständige Fehlen eines Engagements in dem einzigen nicht-staatlichen Reserve-Asset.

Bitcoin Prognose von VanEck (2050). Quelle: BTC-ECHO

Ein historischer Vergleich relativiert zudem die aktuelle Marktsituation. Wie die Infografik zeigt, liegt Bitcoin derzeit rund 30 Prozent unter seinem letzten Hoch. In früheren Bärenmärkten fielen die maximalen Kursrückgänge deutlich drastischer aus, teilweise bis zu 86 Prozent. Gemessen an diesen historischen Drawdowns bewegt sich die aktuelle Korrektur bislang in einem vergleichsweise moderaten Rahmen, zumindest aus langfristiger Sicht.

Historischer Vergleich: Bitcoin-Bärenmärkte und Kursrückgänge (maximaler Drawdown vom Hoch). Quelle: Coindesk.com

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