{"id":198007,"date":"2026-07-07T11:02:19","date_gmt":"2026-07-07T10:02:19","guid":{"rendered":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/bitcoin-fork-august-2026-bip-110-ecash\/"},"modified":"2026-07-07T11:02:19","modified_gmt":"2026-07-07T10:02:19","slug":"bitcoin-fork-august-2026-bip-110-ecash","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/bitcoin-fork-august-2026-bip-110-ecash\/","title":{"rendered":"Bitcoin August 2026: Wie BIP-110 und eCash das \u00d6kosystem spalten k\u00f6nnten"},"content":{"rendered":"
Bitcoin steht im August 2026 vor zwei Fork-Ereignissen, die strukturell kaum unterschiedlicher sein k\u00f6nnten. BIP-110 ist ein umstrittener Soft Fork mit bislang verschwindend geringer Miner-Unterst\u00fctzung; eCash ist ein geplanter Hard Fork von Drivechain-Architekt Paul Sztorc, der einen vollst\u00e4ndig neuen Chain-Abzweig erzeugen wird – unabh\u00e4ngig davon, ob das bestehende Bitcoin-\u00d6kosystem ihn anerkennt.<\/p>
BIP-110<\/strong> – auch \u201eReduced Data Temporary Softfork“ genannt, verfasst von Dathon Ohm – zielt auf die Dateneinbettung ab, die Ordinals, Inscriptions und BRC-20-Token nutzen. Technisch werden neue scriptPubKeys \u00fcber 34 Byte ung\u00fcltig, Daten-Pushes und Witness-Items \u00fcber 256 Byte werden abgelehnt, und bestimmte Tapscript-Opcodes wie OP_SUCCESS werden eingeschr\u00e4nkt. Bereits existierende UTXOs werden grandfathered, der Soft Fork ist auf rund ein Jahr befristet.<\/p> Das Aktivierungsmodell basiert auf einem modifizierten BIP9-Mechanismus – BIP9 ist das etablierte Bitcoin-Deployment-Verfahren f\u00fcr Soft Forks – mit einer Schwelle von 55 Prozent Miner-Signaling. Historisch lag dieser Wert bei 95 Prozent. Laut Daten von BGeometrics signalisierten bis zum 2. Juli 2026 kumulativ nur 0,42 Prozent der erfassten 9.066 Bl\u00f6cke seit dem 1. Mai Unterst\u00fctzung; in den j\u00fcngsten Tagen stieg der Wert auf 0,83 Prozent. Analytics von edgen.tech sch\u00e4tzen, dass bis zu 67 Prozent des aktuellen Bitcoin-Transaktionsaufkommens auf Ordinals-\u00e4hnliche Nutzung zur\u00fcckgeht – genau das, was BIP-110 einschr\u00e4nken w\u00fcrde.<\/p> Das kritische Zeitfenster beginnt um Block 961.632, erwartet etwa am 8. August, wenn das verpflichtende Signaling-Fenster \u00f6ffnet. Knoten, die BIP-110 durchsetzen, lehnen dann Bl\u00f6cke ohne entsprechendes Signal ab. Das Ergebnis ist ein Koordinationsereignis: Entweder folgt die Mehrheit der wirtschaftlichen Knotenbetreiber, oder Knots-Miner forken sich de facto selbst ab. Adam Back warnt laut CryptoBriefing explizit: Soft-Fork-Regeln, denen die Wirtschaftsmehrheit nicht folgt, produzieren einen Minderheits-Split – keinen Konsens.<\/p> Paul Sztorcs eCash-Projekt ist kein Versuch, Bitcoin von innen zu ver\u00e4ndern. Es kopiert den UTXO-Set zum Snapshot-Zeitpunkt und startet eine eigenst\u00e4ndige Chain. Der geplante Split-Block ist 964.000, erwartet am 21. August 2026 gegen 15:00 UTC. Die Chain integriert Drivechain-Funktionalit\u00e4t via BIP-300<\/strong> (Hashrate Escrows) und BIP-301<\/strong> (Blind Merged Mining) und ist damit eine fundamentale Regel\u00e4nderung – per Definition ein Hard Fork, der nicht r\u00fcckw\u00e4rtskompatibel ist.<\/p> Besonders kontrovers: Laut BeInCrypto und anderen Quellen sollen Satoshi-Era-Coins auf der neuen Chain nicht spendbar sein, und Ordinals-Inscriptions k\u00f6nnten durch die ge\u00e4nderte Behandlung Taproot-schwerer Outputs ebenfalls invalidiert werden. Kritiker beschreiben das als beispiellosen Eingriff in Eigentumsrechte – eine Umverteilungslogik, die BCH und ETC in dieser Form nie enthielten.<\/p> Weil eCash keine Genehmigung von Bitcoins bestehendem \u00d6kosystem ben\u00f6tigt, ist die entscheidende Frage nicht, ob der Fork startet, sondern ob B\u00f6rsen ihn listen, ob Wallets sicheres Tooling liefern und ob der Fork Replay-Schutz nachweislich implementiert. Was Bitcoin im August insgesamt bewegt<\/a>, h\u00e4ngt wesentlich davon ab, wie sich diese Fragen bis zur Fork-Block-H\u00f6he beantworten.<\/p> Die markanteste Verschiebung gegen\u00fcber 2017 ist der institutionelle \u00dcberbau. IBIT<\/strong>, BlackRocks iShares Bitcoin Trust ETF, verwaltete laut SEC-Filings zum 2. Juli 2026 Nettoverm\u00f6gen von 44,95 Milliarden US-Dollar und hielt zuletzt 847.363 Bitcoin. Der SEC-zugelassene Prospekt schlie\u00dft explizit und unwiderruflich aus, dass IBIT Rechte an geforkte oder per Airdrop erhaltene Assets geltend macht – es sei denn, eine k\u00fcnftige SEC-Regel\u00e4nderung erlaubt es.<\/p> Das bedeutet konkret: Ein erheblicher Teil des institutionell gehaltenen Bitcoins wird weder eCash-Guthaben erhalten noch von einem geordneten oder ungeordneten BIP-110-Aktivierungsereignis direkt ber\u00fchrt. Coinbase hat intern f\u00fcr seine Custody-Produkte historisch mehr Fork-Assets unterst\u00fctzt als auf seiner Retail-Exchange – institutionelles und Retail-Handling k\u00f6nnen also im selben Ereignis divergieren. Marktanalysten wie JPMorgan<\/a> d\u00fcrften die Auswirkung auf ETF-Pricing und Custody-Attestierungen genau beobachten.<\/p> F\u00fcr Halter in Selbstverwahrung gilt: Bei eCash ist die Kontrolle \u00fcber die eigenen Schl\u00fcssel vor dem Snapshot-Block die einzige zuverl\u00e4ssige Methode, die Option auf den neuen Asset zu erhalten. Bei BIP-110 sollten Nutzer spezialisierter Taproot-Konstruktionen oder Miniscript-Wallets die Kompatibilit\u00e4t vor dem 8. August pr\u00fcfen. Der weitere Verlauf – Signaling-Entwicklung, Exchange-Statements, Replay-Schutz-Best\u00e4tigung – d\u00fcrfte sich in der zweiten Juliwoche konkretisieren.<\/p>
eCash: Bewusster Chain-Split mit heiklen Design-Entscheidungen<\/strong><\/h2><\/span>

Institutioneller Kontext: ETFs k\u00f6nnen Fork-Assets strukturell nicht durchreichen<\/strong><\/h2><\/span>