{"id":197409,"date":"2026-07-01T10:54:33","date_gmt":"2026-07-01T09:54:33","guid":{"rendered":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/bitcoin-zyklus-tradfi-institutionelle-investoren-cryptoquant\/"},"modified":"2026-07-01T10:54:33","modified_gmt":"2026-07-01T09:54:33","slug":"bitcoin-zyklus-tradfi-institutionelle-investoren-cryptoquant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/bitcoin-zyklus-tradfi-institutionelle-investoren-cryptoquant\/","title":{"rendered":"TradFi verdr\u00e4ngt OG-Holder: Warum der n\u00e4chste Bitcoin-Zyklus anders wird"},"content":{"rendered":"
Der n\u00e4chste parabolische Bitcoin<\/strong>-Zyklus h\u00e4ngt nicht mehr von Retail-Euphorie oder Whale-Akkumulation ab – das ist die Kernthese von Ki Young Ju<\/strong>, CEO von CryptoQuant<\/strong>. Laut Ju haben institutionelle Akteure aus dem traditionellen Finanzsektor die sogenannten OG-Holder als dominante Markttreiber strukturell abgel\u00f6st, was das Tempo und die Mechanik k\u00fcnftiger Zyklen fundamental ver\u00e4ndert.<\/p> Ju argumentiert, dass TradFi<\/strong>-Akteure – Pensionsfonds, Verm\u00f6gensverwalter, b\u00f6rsennotierte Unternehmen und regulierte Finanzprodukte – heute das Angebotsregime des Bitcoin-Markts dominieren. Diese Akteure agieren langsamer, daf\u00fcr aber mit deutlich tieferem Kapital als die fr\u00fchen Cycle-Trader. Der \u00dcbergang ist nicht abrupt, sondern das Ergebnis eines mehrstufigen Integrationsprozesses seit Ende 2020.<\/p> Wesentliche Meilensteine waren MicroStrategys erste BTC-K\u00e4ufe im August 2020, Teslas kurze Allokation 2021 und – als entscheidender Katalysator – der Start der US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs Anfang 2024<\/a>. Seither flie\u00dft ein wachsender Anteil des umlaufenden Angebots in regulierte Vehikel, die nach anderen Rendite- und Risikokriterien verwaltet werden als das klassische Retail-Portfolio.<\/p> Ju beschreibt diesen Zustand mit einem Satz, der programmatisch klingt: \u201eCrypto investors are becoming value investors.“ Gemeint ist damit eine Fundamentalisierung des Markts, getrieben durch reale Cashflow-Strukturen und institutionelle Due-Diligence-Prozesse – nicht durch Momentum-Trading oder Social-Media-Zyklen.<\/p> Besonders auff\u00e4llig ist die Diskrepanz, die Ju in den aktuellen On-Chain-Metriken identifiziert. Trotz eines anhaltend schwachen Preisniveaus beschreibt er die Fundamentaldaten als \u201edie st\u00e4rksten seit sieben Jahren“ – eine Divergenz zwischen MVRV (Market Value to Realized Value) und NUPL (Net Unrealized Profit\/Loss), die er in dieser Auspr\u00e4gung noch nicht beobachtet hat.<\/p> Sein Modell, das beide Metriken in einer einheitlichen PnL-Trendlinie verdichtet, zeigt einen Peak rund um Mitte 2025 und seitdem eine r\u00fcckl\u00e4ufige Bewegung. Historisch folgen auf solche Akkumulationsphasen mit negativem PnL-Trend Erholungsphasen von rund 18 Monaten – was Jus These st\u00fctzt, dass die aktuelle B\u00e4rephase, die er mit Oktober 2025 datiert, erst in das fr\u00fche Jahr 2027 ausl\u00e4uft.<\/p> Genau hier liegt die analytische Spannung: Institutionelle Akteure wie Fidelity<\/a> haben eigene Katalysatoren f\u00fcr eine fr\u00fchere Erholung identifiziert, w\u00e4hrend Jus Modell auf strukturelle Zeitverz\u00f6gerungen durch langsamere institutionelle Allokationsprozesse hinweist. Beide Positionen sind durch Datenpunkte gest\u00fctzt – sie unterscheiden sich im zentralen Annahmenset.<\/p> Am 12. Mai flippte CryptoQuant<\/strong>s eigener Bull-Bear Cycle Indicator erstmals seit M\u00e4rz 2023 auf bullisch – ein Signal, das in der Vergangenheit konstruktive Marktphasen eingeleitet hat. Das stellt Jus makrostrukturelle Bear-Einsch\u00e4tzung nicht grunds\u00e4tzlich infrage, sch\u00e4rft aber die Debatte: Kann eine institutionell getriebene Allokationswelle die historische 18-Monats-Faustregel verk\u00fcrzen?<\/p> Ju selbst r\u00e4umt diese Spannung implizit ein. Sein Hauptargument ist nicht, dass eine Erholung ausbleibt – sondern dass das Tempo des n\u00e4chsten parabolischen Bitcoin-Zyklus direkt an die Tiefe der institutionellen Allokation gekn\u00fcpft ist. Ohne substanzielle neue TradFi-Zufl\u00fcsse bleibt das Aufw\u00e4rtspotenzial strukturell begrenzt, unabh\u00e4ngig davon, was kurzfristige Indikatoren anzeigen.<\/p> Ju verweist in seiner Analyse konkret auf HelloTrade<\/strong> – eine dezentrale Handelsplattform f\u00fcr tokenisierte Aktien und Anleihen, entwickelt von ehemaligen Mitgliedern des BlackRock-IBIT-Teams. HelloTrade ist damit ein unmittelbares Produkt der TradFi-Krypto-Konvergenz: erfahrene institutionelle Architekten, die DeFi-Infrastruktur f\u00fcr regulierte Asset-Klassen bauen.<\/p> Parallel dazu plant Robinhood – laut Aussagen von CEO Vlad Tenev – tokenisierte Privatmarktanteile anzubieten, was den Zugang zu illiquiden Assetklassen demokratisieren w\u00fcrde. Diese Initiativen operieren jedoch in einem fragmentierten Regulierungsrahmen: In den USA fehlt noch ein koh\u00e4rentes RWA-Tokenisierungsregime (RWA steht f\u00fcr Real-World Assets, also tokenisierte Abbilder realer Verm\u00f6genswerte), w\u00e4hrend die Hong Kong Monetary Authority<\/strong> mit einem F\u00fcnf-Jahres-Tokenisierungsplan \u00fcber 40 Initiativen in Dateninfrastruktur, KI und Finanztokenisierung koordiniert.<\/p> F\u00fcr institutionelle Investoren ist diese Regulierungsdivergenz kein Detail, sondern ein Allokationshindernis. Solange kein verl\u00e4sslicher regulatorischer Rahmen f\u00fcr tokenisierte Wertpapiere existiert, bleibt das Kapital auf der Seitenlinie – genau jenes Kapital, das Jus n\u00e4chsten Bitcoin-Zyklus ansto\u00dfen soll. Die aktuelle ETF-Fluss-Dynamik und der Druck durch die Fed-Politik<\/a> verst\u00e4rken diesen Effekt zus\u00e4tzlich.<\/p> Im Bull-Szenario beschleunigen TradFi-Akteure ihre Bitcoin- und RWA-Allokation erheblich – getrieben durch regulatorische Klarheit in den USA und Hong Kong, weiteres Wachstum bei Spot-ETF-Zufl\u00fcssen und die Reifung von Plattformen wie HelloTrade. In diesem Fall k\u00f6nnte Jus 2027-Horizont deutlich unterschritten werden, wobei der parabolische Anstieg bereits im zweiten Halbjahr 2026 einsetzt. Invalidierungsbedingung: ausbleibende Regulierungsfortschritte oder eine makro\u00f6konomische Schockwelle, die institutionelle Risikobudgets komprimiert.<\/p> Im Basis-Szenario verl\u00e4uft die institutionelle Allokation graduell und ohne Beschleunigung. Der Bitcoin-Kurs stabilisiert sich in einer Range, die fundamentale Unterst\u00fctzung bietet, aber keine parabolische Phase einleitet. MicroStrategys – intern als \u201eStrategy“ gef\u00fchrtes – kontinuierliches Akkumulationsmodell fungiert als Anker, nicht als Treiber. Jus 18-Monats-Modell greift, und der n\u00e4chste parabolic Move liegt fr\u00fchestens Anfang 2027.<\/p> Im Bear-Szenario bleiben institutionelle Zufl\u00fcsse hinter den Erwartungen zur\u00fcck, regulatorische Unsicherheit in Schl\u00fcsselm\u00e4rkten vertieft sich, und die PnL-Erosion h\u00e4lt l\u00e4nger an als historische Zyklen nahelegen. Dieses Szenario ist das unwahrscheinlichste, aber nicht ausschlie\u00dfbar – vor allem wenn globale Liquidit\u00e4tsbedingungen sich durch Fed-Politik oder geopolitische Schocks verschlechtern.<\/p> Ki Young Jus Analyse bei CryptoQuant<\/strong> ist kein klassischer B\u00e4renmarkt-Call – sie ist ein struktureller Befund. Der n\u00e4chste Bitcoin-Zyklus<\/strong> wird nicht durch Retail-FOMO ausgel\u00f6st, sondern durch die Tiefe und Geschwindigkeit institutioneller TradFi-Allokation, verst\u00e4rkt durch RWA-Tokenisierungsinfrastruktur und regulatorische Klarheit. Die entscheidende Variable ist daher nicht der Preis selbst, sondern das Tempo, mit dem Kapital aus klassischen Finanzm\u00e4rkten in Bitcoin und tokenisierte Assetklassen flie\u00dft.<\/p>Strukturwandel: TradFi \u00fcbernimmt das Steuer<\/strong><\/h2><\/span>
On-Chain-Fundamentals vs. Preisniveau: Die ungew\u00f6hnliche Divergenz<\/strong><\/h2><\/span>
Das interne Signal: Wenn CryptoQuants eigener Indikator widerspricht<\/strong><\/h2><\/span>
<\/figure>Tokenisierung als Katalysator: HelloTrade, Robinhood und die Regulierungslandschaft<\/strong><\/h2><\/span>
Zwei Szenarien: Tiefe Allokation oder verl\u00e4ngerter Seitw\u00e4rtsmarkt<\/strong><\/h2><\/span>
Fazit: Institutionelle Tiefe entscheidet \u00fcber Zyklusgeschwindigkeit<\/strong><\/h2><\/span>