{"id":196523,"date":"2026-06-22T10:16:17","date_gmt":"2026-06-22T09:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/micar-lizenz-kucoin-eu-compliance-wettbewerbsvorteil\/"},"modified":"2026-06-22T10:16:17","modified_gmt":"2026-06-22T09:16:17","slug":"micar-lizenz-kucoin-eu-compliance-wettbewerbsvorteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/micar-lizenz-kucoin-eu-compliance-wettbewerbsvorteil\/","title":{"rendered":"MiCAR-Lizenz: F\u00fcr KuCoin EU ist die Zulassung erst der Anfang"},"content":{"rendered":"
Mit der vollst\u00e4ndigen Anwendung der MiCAR<\/strong> (Markets in Crypto-Assets Regulation, Verordnung EU 2023\/1114) seit Dezember 2024 betritt Europas Kryptomarkt eine neue Phase – und die Branche merkt, dass eine Lizenz nicht das Ziel, sondern der Ausgangspunkt ist. Audrey Lim, Managing Director bei KuCoin EU<\/strong>, hat das in einem Interview mit BeInCrypto auf den Punkt gebracht: Die strategische Frage lautet nicht mehr, wie man eine Zulassung erh\u00e4lt, sondern wie man danach operiert.<\/p> KuCoin EU ist als Crypto-Asset Service Provider (CASP) – also als regulierter Krypto-Dienstleister – unter Aufsicht der \u00f6sterreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA)<\/strong> zugelassen. Lim beschreibt den aktuellen Diskurs, den sie zuletzt bei Branchentreffen in Wien und Paris verfolgt hat, als einen klaren Paradigmenwechsel: \u201eDas Gespr\u00e4ch bewegt sich \u00fcber das reine Erlangen einer Lizenz hinaus und richtet den Fokus darauf, wie Unternehmen nach der Lizenzierung arbeiten.” Governance-Standards, Investorenschutz und operative Belastbarkeit stehen im Vordergrund.<\/p> MiCAR schafft erstmals ein einheitliches Regelwerk f\u00fcr alle Krypto-Assets, die nicht bereits unter MiFID II fallen – darunter Utility Token und viele Stablecoins. Entscheidend f\u00fcr den Markt ist das EU-Passporting<\/strong>: Eine Zulassung bei einer nationalen Beh\u00f6rde wie der FMA oder der deutschen BaFin reicht aus, um in allen 27 Mitgliedstaaten t\u00e4tig zu werden. Das ersetzt das bisherige Flickwerk aus nationalen Registrierungen wie dem deutschen Kryptoverwahrgesch\u00e4ft oder dem franz\u00f6sischen PSAN-Register.<\/p> Lim argumentiert, dass im regulierten europ\u00e4ischen Umfeld langfristiger Gesch\u00e4ftserfolg unmittelbar von Vertrauen abh\u00e4ngt. \u201eMehr regulatorische Klarheit schafft die Voraussetzung f\u00fcr st\u00e4rkeres Vertrauen der Verbraucher, eine h\u00f6here Beteiligung institutioneller Halter und letztlich f\u00fcr einen ges\u00fcnderen und wettbewerbsf\u00e4higeren Markt in Europa”, betont sie. Dieser Mechanismus gilt auch f\u00fcr Produkte jenseits des Spot-Handels – etwa f\u00fcr regulierte Anlagevehikel, wie sie parallel in den USA entstehen, wo Emittenten wie BlackRock mit dem IBIT-ETF<\/a> institutionelle Standards f\u00fcr Bitcoin-Produkte setzen.<\/p> F\u00fcr CASPs unter MiCAR sind die Anforderungen konkret: Eigenmittel von mindestens 150.000 Euro f\u00fcr Handelsplattformen, strikte Segregation von Kundengeldern, IT-Sicherheits- und Interessenkonflikt-Regeln sowie laufende AML\/CTF-Pflichten, die mit der neuen EU Anti-Money Laundering Authority (AMLA)<\/strong> und der EU Travel Rule verkn\u00fcpft sind. Wer das als b\u00fcrokratische H\u00fcrde behandelt, riskiert laut Lim seinen Marktzugang.<\/p> Ebenfalls interessant: Neue Kryptow\u00e4hrungen mit Potenzial<\/a><\/strong><\/p> Lim setzt konkrete Meilensteine: Bis Ende 2026 sollte MiCAR nachweisbar Innovation und verantwortungsvolles Wachstum mit sp\u00fcrbarer Markttiefe f\u00f6rdern. Bis 2030 sieht sie Europa als eines der f\u00fchrenden regulierten \u00d6kosysteme f\u00fcr digitale Assets – vorausgesetzt, die Balance zwischen Kapitalanforderungen und Innovationsoffenheit bleibt erhalten. Kritiker, darunter das Institut der deutschen Wirtschaft, warnen, dass zu restriktive Stablecoin-Regeln und Kapitalpuffer Innovation ins Ausland treiben k\u00f6nnten.<\/p> Vollst\u00e4ndig dezentralisierte Protokolle bleiben vorerst au\u00dferhalb des direkten MiCAR-Anwendungsbereichs, doch ESMA und die europ\u00e4ischen Aufsichtsbeh\u00f6rden haben DeFi bereits als n\u00e4chste Regulierungsfront benannt. F\u00fcr regulierte Marktteilnehmer bedeutet das: Die Compliance-Infrastruktur, die heute aufgebaut wird, ist keine einmalige Investition, sondern die Grundlage f\u00fcr ein sich weiterentwickelndes Aufsichtsregime. Lim bringt es auf eine knappe Formel: \u201eEine Lizenz ist ein wichtiger Meilenstein, aber erst der Anfang.”<\/p>Lizenz als Startpunkt, nicht als Endpunkt<\/strong><\/h2><\/span>
Operative Reife als Wettbewerbsvorteil<\/strong><\/h2><\/span>
Europa 2026 und 2030: Zeitplan mit Substanz<\/strong><\/h2><\/span>
