{"id":190245,"date":"2026-04-29T14:37:53","date_gmt":"2026-04-29T13:37:53","guid":{"rendered":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/paul-tudor-jones-bitcoin-staerkster-inflationsschutz\/"},"modified":"2026-04-29T14:35:12","modified_gmt":"2026-04-29T13:35:12","slug":"paul-tudor-jones-bitcoin-staerkster-inflationsschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/paul-tudor-jones-bitcoin-staerkster-inflationsschutz\/","title":{"rendered":"Paul Tudor Jones nennt Bitcoin den st\u00e4rksten Inflationsschutz"},"content":{"rendered":"
Paul Tudor Jones hat Bitcoin im Rahmen des Podcasts Invest Like the Best<\/em> als den st\u00e4rksten verf\u00fcgbaren Inflationsschutz bezeichnet \u2013 explizit \u00fcber Gold gestellt. Der Makro-Investor, dessen Tudor Investment Corporation zu den renommiertesten Hedgefonds der Welt z\u00e4hlt, begr\u00fcndet dies mit einem einzigen strukturellen Argument: Golds Angebot w\u00e4chst j\u00e4hrlich um ein bis zwei Prozent, Bitcoins nicht.<\/p> <\/span> Entscheidend f\u00fcr die institutionelle Bewertung des Signals: Jones rahmt Bitcoin nicht als spekulativen Asset, sondern als strukturelle Antwort auf fiskalpolitische Fehlentwicklungen. Die US-Staatsverschuldung \u00fcber 35 Billionen USD, kombiniert mit einem Verh\u00e4ltnis von Marktkapitalisierung zu BIP nahe historischer H\u00f6chstst\u00e4nde, bilde laut Jones das gleiche Muster wie im Jahr 2000 vor dem Dot-com-Crash. F\u00fcr Aktienanleger werde es \u201ewirklich schwer sein, in den n\u00e4chsten zehn Jahren Geld zu verdienen“.<\/p> Ebenfalls wichtig: Neue Kryptow\u00e4hrungen mit Potenzial<\/a><\/strong><\/p> <\/span> Der strukturelle Vorbehalt ist dennoch zu benennen: Bitcoin bleibt ein hochliquides, volatiles Asset mit signifikanter Korrelation zu Risk-on-Phasen. Die Robinhood-Quartalszahlen illustrieren das pr\u00e4zise \u2013 die Krypto-Transaktionserl\u00f6se des Unternehmens fielen im ersten Quartal 2026 um 34 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal auf 134 Millionen USD, parallel zu einem Bitcoin-R\u00fcckgang von 22 Prozent im selben Zeitraum. Als reiner Inflationsschutz verh\u00e4lt sich Bitcoin in Stressphasen bisher nicht stabil wie Gold \u2013 es reagiert auf Liquidit\u00e4tsentzug. Matt Hougan, CIO von Bitwise, modelliert langfristig ein Basisszenario von einer Million USD<\/a>, ebenfalls basierend auf der Knappheitsthese \u2013 aber mit einem Zeithorizont von einem Jahrzehnt, nicht einem Quartal.<\/p> Jetzt mehr erfahren: Die besten Krypto Presales 2026<\/a><\/strong><\/p> Jones‘ Vergleich mit den 1970er-Jahren verdient Beachtung: Damals war Gold in einer Phase, in der Investoren kaum Zugang hatten und die Anlageklasse als randst\u00e4ndig galt. Bitcoin befindet sich heute in einer strukturell vergleichbaren Fr\u00fchphase institutioneller Adoption \u2013 mit dem Unterschied, dass Spot-ETFs seit 2024 den Zugang fundamental ge\u00f6ffnet haben.<\/p> <\/span> F\u00fcr deutsche Anleger gilt dabei ein zus\u00e4tzlicher Kontext: Unter MiCA<\/strong> und den bestehenden BaFin-Anforderungen sind Bitcoin-Positionen in regulierten Portfolios zunehmend abbildbar \u2013 etwa \u00fcber zugelassene ETP-Strukturen. Die steuerliche Behandlung nach \u00a7 23 EStG bleibt relevant: Haltefristen \u00fcber zw\u00f6lf Monate machen Kursgewinne in Deutschland steuerfrei, was die Long-Conviction-These von Jones f\u00fcr Privatanleger strukturell attraktiver macht als kurzfristiges Trading. Wie sich ein potentieller Kurswechsel der Fed auf Bitcoin und Krypto auswirkt<\/a>, bleibt dabei die entscheidende kurzfristige Variable.<\/p>\n
Jones‘ Glaubw\u00fcrdigkeit \u2013 und warum dieses Signal z\u00e4hlt<\/h2>
\nJones ist kein Neueinsteiger im Bitcoin-Diskurs. Bereits im Mai 2020 allozierte er ein bis zwei Prozent des Tudor-Portfolios in BTC, damals mit dem expliziten Verweis auf monet\u00e4re Entwertung infolge der COVID-Stimulusprogramme. 2022 positionierte sein Fonds sich in Krypto-Handelsstrategien, 2024 erkl\u00e4rte Jones in einem CNBC-Interview: \u201eI am long in Gold. I am long in Bitcoin. I own zero fixed income securities.“ Der aktuelle Podcast-Auftritt ist keine spontane Meinungs\u00e4u\u00dferung \u2013 er ist die konsistente Fortsetzung einer seit 2020 \u00f6ffentlich dokumentierten Makro-These.<\/p>
<\/figure>Die Makro-Investment-These \u2013 und ihre Schwachstellen<\/h2>
\nJones‘ Kernargument folgt der klassischen Knappheits-Logik: 21 Millionen Bitcoin, unver\u00e4nderliches Protokoll, keine politische Interventionsm\u00f6glichkeit. Gegen\u00fcber Gold mit j\u00e4hrlicher Neuproduktion von rund 1,5 Prozent des Gesamtbestands hat Bitcoin damit eine strukturell \u00fcberlegene Angebotssteuerung. In Phasen aggressiver Geld- und Fiskalpolitik \u2013 wie 2020 bis 2021 \u2013 habe Bitcoin diese Eigenschaft historisch in Kursperformance \u00fcbersetzt.<\/p>
<\/figure>Institutionelle Kapitalfl\u00fcsse \u2013 Signal und Gegenindikator<\/h2>
\nDas institutionelle Narrativ rund um Bitcoin als Makro-Asset erh\u00e4lt durch Jones R\u00fcckenwind \u2013 der Zeitpunkt ist jedoch komplex. Die Bitcoin-ETFs verzeichneten am Dienstag Nettoabfl\u00fcsse von 90 Millionen USD, die Ethereum-ETFs weitere 22 Millionen USD. Das steht in direktem Widerspruch zu einer These, die auf wachsende institutionelle Kapitalallokation setzt. Die unmittelbare Marktdynamik vor der heutigen FOMC-Entscheidung<\/a> erkl\u00e4rt einen Teil dieser Zur\u00fcckhaltung: Institutionelle Akteure nehmen Risiko vor Zinsentscheidungen typischerweise zur\u00fcck, unabh\u00e4ngig von der mittelfristigen \u00dcberzeugung.<\/p>