{"id":189320,"date":"2026-04-20T16:42:39","date_gmt":"2026-04-20T15:42:39","guid":{"rendered":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/kelp-dao-hack-292-millionen-defi-exploit\/"},"modified":"2026-04-20T16:40:30","modified_gmt":"2026-04-20T15:40:30","slug":"kelp-dao-hack-292-millionen-defi-exploit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/kelp-dao-hack-292-millionen-defi-exploit\/","title":{"rendered":"Kelp-DAO-Hack \u00fcber 292 Millionen Dollar: DeFi-Markt in der Schockstarre"},"content":{"rendered":"
Am 18. April 2026 wurde die rsETH-Bridge von Kelp DAO<\/strong> in einem LayerZero-basierten Exploit angegriffen \u2013 292 Millionen USD<\/strong> wurden in einer einzigen Transaktion abgezogen. Es ist der gr\u00f6\u00dfte DeFi-Angriff des laufenden Jahres und \u00fcbertrifft den Drift-Protocol-Hack vom 1. April, der bislang als Referenzpunkt f\u00fcr 2026 galt.<\/p> Die Schadens\u00fcbertragung geht weit \u00fcber Kelp DAO hinaus: Gestohlene rsETH-Best\u00e4nde wurden unmittelbar als Sicherheiten in Lending-Protokolle eingebracht, was \u00fcber 200 Millionen USD<\/strong> an faulen Schulden in mehreren Kreditprotokollen erzeugte. Das ist keine isolierte Schwachstelle \u2013 es ist ein Systemtest f\u00fcr die gesamte Restaking-Architektur des Ethereum-\u00d6kosystems.<\/p> Jetzt mehr erfahren: Beste Krypto Presales 2026<\/a><\/b><\/p> <\/span> Innerhalb von 46 Minuten<\/strong> wurden 116.500 rsETH<\/strong> abgezogen, bevor Kelps Multisig-Team um 18:21 UTC<\/strong> ein Notfall-Pause durchsetzte. Zwei Folgeangriffe um 18:26 UTC<\/strong> und 18:28 UTC<\/strong>, die weitere 40.000 rsETH<\/strong> (~100 Millionen USD<\/strong>) h\u00e4tten abziehen k\u00f6nnen, scheiterten an diesem Mechanismus.<\/p> Die gestohlenen Mittel flossen \u00fcber eine Tornado-Cash-finanzierte Adresse; rund 250 Millionen USD<\/strong> wurden in ETH konvertiert, wobei der Angreifer etwa 74.000 ETH<\/strong> konsolidierte. Parallel dazu deponierten die Angreifer rsETH bei Aave V3<\/strong> als Sicherheit und liehen sich 196 Millionen USD+<\/strong> in Wrapped ETH aus \u2013 eine klassische Collateral-Dumping-Strategie, die Bad Debt in Lending-Protokollen hinterl\u00e4sst, auch wenn die Vertr\u00e4ge selbst unangetastet blieben.<\/p> <\/span> Der eigentliche Ansteckungsmechanismus l\u00e4uft \u00fcber das Bad-Debt-Problem. \u00dcber 200 Millionen USD<\/strong> an unbesicherten Positionen verbleiben in Lending-Protokollen, nachdem rsETH als Sicherheit hinterlegt und das zugrundeliegende Kapital abgezogen wurde. Protokolle wie Aave d\u00fcrften innerhalb der n\u00e4chsten Tage Governance-Abstimmungen zur Bad-Debt-Abwicklung initiieren \u2013 ein Prozess, der erfahrungsgem\u00e4\u00df TVL aus dem betroffenen Segment abzieht.<\/p> F\u00fcr Investoren in Restaking-Token anderer Protokolle \u2013 etwa EigenLayer-basierte LSTs \u2013 stellt sich nun die Frage nach der Neubewertung von Bridge-Risikopr\u00e4mien. W\u00e4hrend der Exploit technisch auf Kelp DAOs Bridge-Implementierung zur\u00fcckgeht und nicht auf LayerZero selbst, d\u00fcrfte der Markt zun\u00e4chst undifferenziert reagieren. Das ist das klassische Muster nach DeFi-Exploits vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung, wie der RAVE-Crash gezeigt hat<\/a>, der ebenfalls schnelle Ansteckungseffekte durch Vertrauensverlust ausl\u00f6ste.<\/p> <\/span> On-Chain zeigt sich: Der Angreifer h\u00e4lt weiterhin konsolidierte ETH-Positionen, ein Abfluss \u00fcber zentralisierte B\u00f6rsen wurde bislang nicht im gr\u00f6\u00dferen Stil beobachtet. ZachXBT<\/strong> hatte den Exploit bereits um ca. 14:52 UTC<\/strong> \u00f6ffentlich markiert \u2013 rund 43 Minuten vor dem ersten dokumentierten Protokoll-Pause-Versuch. LayerZero hat eine Stellungnahme ver\u00f6ffentlicht und untersucht, inwieweit die Endpoint-Architektur die \u00dcberpr\u00fcfung von Nachrichtenabsendern nachsch\u00e4rfen muss.<\/p> <\/span> Das ist strukturell relevant: Die Attraktivit\u00e4t von Liquid-Restaking-Tokens liegt genau in ihrer ketten\u00fcbergreifenden Verwendbarkeit als Sicherheit in Lending-Protokollen. Wird diese Funktionalit\u00e4t durch Bridge-Schwachstellen zur Waffe, entsteht ein systemisches Dilemma \u2013 die St\u00e4rke des Modells ist gleichzeitig sein gr\u00f6\u00dftes Risiko. Wie die zunehmend professionellen Angriffe auf das Ethereum-\u00d6kosystem zeigen<\/a>, werden diese Schwachstellen von gut organisierten Akteuren systematisch ausgekundschaftet.<\/p> F\u00fcr das Restaking-Segment insgesamt bedeutet das: Audits von Bridge-Implementierungen, die auf Cross-Chain-Messaging-Protokollen wie LayerZero aufsetzen, werden in den kommenden Wochen zur Pflicht\u00fcbung. Protokolle, die diese Pr\u00fcfungen nicht zeitnah vorweisen k\u00f6nnen, d\u00fcrften Kapitalabfl\u00fcsse erleben \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob ihre eigene Implementierung korrekt ist.<\/p> <\/span><\/p> Ob Kelp DAO eine substanzielle Fondsr\u00fcckf\u00fchrung \u2013 etwa durch Verhandlungen mit dem Angreifer oder \u00fcber On-Chain-Kooperationen mit Protokollen \u2013 erreicht, k\u00f6nnte entscheidend daf\u00fcr sein, wie stark das Segment die n\u00e4chsten Wochen \u00fcbersteht. Scheitert eine geordnete Bad-Debt-Aufl\u00f6sung, d\u00fcrfte der Risikoaufschlag f\u00fcr Restaking-Token strukturell erh\u00f6ht bleiben.<\/p>\n
lzReceive<\/code>-Funktion auf LayerZeros EndpointV2<\/code>-Vertrag \u2013 Spoofing einer legitimen Cross-Chain-Nachricht<\/li>\npauseAll<\/code>; Koordination mit LayerZero und Unichain l\u00e4uft<\/li>\nWie der Exploit funktionierte \u2013 und warum LayerZero-Bridges ein strukturelles Risiko darstellen<\/h2>
\nDer Angriff nutzte eine kritische Schwachstelle in der Nachrichtenvalidierung von LayerZeros EndpointV2<\/strong>-Vertrag. Um 17:35 UTC<\/strong> rief der Angreifer die lzReceive<\/code>-Funktion direkt auf und imitierte dabei eine legitime Cross-Chain-Nachricht \u2013 ohne tats\u00e4chlich eine solche \u00fcber das Netzwerk zu senden. Die Bridge-Logik von rsETH interpretierte diesen gef\u00e4lschten Aufruf als authentisch und gab die Freigabe zur Token-Ausgabe.<\/p>Risikoaufschl\u00e4ge, Vertrauensverlust und Ansteckungsrisiken: Was folgt auf den Kelp-DAO-Exploit<\/h2>
\nDie unmittelbaren Marktreaktionen sind klar quantifizierbar: AAVE verlor 10 Prozent<\/strong> innerhalb weniger Stunden, als mindestens neun Protokolle rsETH-M\u00e4rkte einfroren. Das ist keine \u00fcberproportionale Reaktion \u2013 es ist die rationale Neubewertung von Kontrahentenrisiken in einem vernetzten Liquidit\u00e4tssystem.<\/p>Reaktion von Kelp DAO und aktuelle On-Chain-Entwicklungen<\/h2>
\nKelp DAO best\u00e4tigte via X die Aktivierung des Notfall-pauseAll<\/code>-Mechanismus und stellte rsETH-Einzahlungen sowie -Abhebungen ein. Das Team koordiniert laut eigener Aussage aktiv mit LayerZero<\/strong> und Unichain<\/strong>; eine offizielle Root-Cause-Analyse steht noch aus.<\/p>Warum dieser Hack das gesamte Restaking-Segment strukturell trifft<\/h2>
\nRestaking-Protokolle basieren auf einer doppelten Vertrauensannahme: dass die zugrunde liegende ETH-Sicherheit intakt ist und dass die Bridge-Schicht, die Liquidit\u00e4t ketten\u00fcbergreifend bewegt, keine eigenst\u00e4ndige Angriffsfl\u00e4che darstellt. Der Kelp-DAO-Exploit falsifiziert die zweite Annahme experimentell.<\/p>Ausblick: Welche Entwicklungen nun entscheidend sind<\/h2>
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EndpointV2<\/code> \u2013 entscheidend f\u00fcr die Neubewertung aller LayerZero-basierten Bridges<\/li>\n