{"id":187089,"date":"2026-04-02T11:00:38","date_gmt":"2026-04-02T10:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/ethereum-angebot-schrumpft-supply-squeeze\/"},"modified":"2026-04-02T10:55:57","modified_gmt":"2026-04-02T09:55:57","slug":"ethereum-angebot-schrumpft-supply-squeeze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cryptonews.com\/de\/news\/ethereum-angebot-schrumpft-supply-squeeze\/","title":{"rendered":"Ethereum-Angebot schrumpft: Droht ein struktureller Supply-Squeeze?"},"content":{"rendered":"
Rund 11 % des gesamten ETH-Angebots<\/strong> liegt noch auf zentralisierten B\u00f6rsen \u2013 ein Mehrjahrestief, das aus On-Chain-Daten klar ablesbar ist. Im Juni 2020 waren es noch 32 %. Gleichzeitig notiert Ethereum bei knapp 2.100 USD<\/strong>, mehr als 58 % unter dem Allzeithoch vom August 2025. Die Oberfl\u00e4che sieht b\u00e4risch aus; die Angebotsstruktur erz\u00e4hlt eine andere Geschichte.<\/p> Drei Faktoren \u2013 sinkende Exchange-Reserven, ein strukturell deflation\u00e4rer Burn-Mechanismus und ein wachsender Staking-Pool \u2013 verengen das frei handelbare Angebot messbar. Ob daraus ein preisrelevanter Supply-Squeeze wird, h\u00e4ngt jedoch von der Nachfrageseite ab.<\/p> <\/span> Durch die Dencun-Upgrade-Einf\u00fchrung von Blobs im M\u00e4rz 2024 wurden Layer-2-Transaktionskosten drastisch gesenkt, was kurzfristig die Mainnet-Burn-Rate ged\u00e4mpft hat. Das Basisnetz emittiert seither mehr ETH als es verbrennt. F\u00fcr eine echte deflation\u00e4re Phase braucht es wieder deutlich h\u00f6here Mainnet-Aktivit\u00e4t \u2013 oder einen Nachfrageschub, der die Geb\u00fchren auf die Breakeven-Schwelle treibt.<\/p> <\/span> Institutionelle Staking-Protokolle wie Lido<\/strong> und Coinbase<\/strong> dominieren dieses Segment mit kombinierten Anteilen von \u00fcber 40 % aller gestakten ETH. Sie fungieren als dauerhafter Liquidit\u00e4tsentzug: Das Unstaking dauert mehrere Tage, spontane Verk\u00e4ufe aus dem Staking-Pool sind strukturell verz\u00f6gert. Auch Bitmine Immersion Technologies<\/strong> akkumuliert ETH systematisch als Treasury-Asset \u2013 ein weiteres Zeichen institutioneller Nachfrage, die Angebot vom Markt nimmt.<\/p> Lies auch: Bitmine baut Ethereum-Reserve aggressiv aus<\/a><\/strong><\/p> <\/span> Quelle: CryptoQuant<\/p> Die mechanische Konsequenz ist direkt: Weniger ETH auf Exchanges bedeutet weniger sofort verf\u00fcgbares Verkaufsangebot. Bei pl\u00f6tzlich steigender Nachfrage \u2013 etwa durch ETF-Zufl\u00fcsse oder DeFi-Aktivit\u00e4t \u2013 trifft diese auf ein strukturell ausged\u00fcnntes Orderbuch. Die Angebotsmechanik verschiebt sich \u2013 doch der Preis hat dies noch nicht vollst\u00e4ndig eingepreist.<\/p> \u00c4hnliche Dynamiken waren zuletzt bei anderen Assets zu beobachten, wo sinkende Exchange-Best\u00e4nde als Fr\u00fchindikator f\u00fcr Angebotsschocks gewertet wurden.<\/p> Ebenfalls wichtig: Kryptow\u00e4hrungen mit Zukunft<\/a><\/b><\/p> <\/span> Konkrete Katalysatoren: eine Erholung der US-Spot-ETH-ETF-Zufl\u00fcsse (die Assets under Management brachen von 31,8 Mrd. USD<\/strong> im Oktober 2025 auf 11,8 Mrd. USD<\/strong> zu Beginn von Q2 2026 ein), steigende Layer-1-Transaktionsgeb\u00fchren \u00fcber die Deflationsschwelle sowie das f\u00fcr sp\u00e4tes 2026 geplante Pectra-Upgrade<\/strong>, das Staking-Limits erh\u00f6ht und ZK-Proofs integriert. Analysten auf Binance Square bezeichnen ETH bei aktuellem Niveau als \u201etechnisch \u00fcberverkauft“ mit einem Abschlag von \u00fcber 35 % zum gleitenden Jahresdurchschnitt.<\/p> <\/span> Bearish positionierte Analysten wie der YouTube-Kanal HKCM prognostizieren eine verl\u00e4ngerte Konsolidierungsphase bis Ende 2026. Die makro\u00f6konomische Kulisse \u2013 steigende Energiepreise, US-Zinsunsicherheit, neue Zollregime \u2013 belastet Risk-Assets strukturell. Und mit einem ETH-Kurs von mehr als 58 % unter dem Allzeithoch<\/strong> ist das Vertrauen institutioneller Anleger messbar gesunken. Supply-Squeeze-Narrative \u00fcberzeugen M\u00e4rkte erfahrungsgem\u00e4\u00df erst dann, wenn sie von realem Nachfragewachstum begleitet werden.<\/p> <\/span> Der RSI auf dem Wochenchart bewegt sich im \u00fcberverkauften bis neutralen Bereich \u2013 ein Hinweis auf fehlenden Kaufdruck, aber auch auf begrenztes zus\u00e4tzliches Abw\u00e4rtspotenzial bei positivem Nachfrageschub. Solange ETH die 2.400 USD<\/strong> nicht zur\u00fcckerobert, bleibt das Chartbild technisch b\u00e4risch, unabh\u00e4ngig von der Angebotsstruktur.<\/p>Wie die Burn-Rate das Angebot mechanisch verknappt<\/h2>
\nSeit EIP-1559<\/strong> im August 2021 wird ein Teil der Transaktionsgeb\u00fchren auf dem Ethereum-Mainnet dauerhaft vernichtet. Die Netto-Inflationsrate nach The Merge liegt laut ultrasound.money<\/a> in ruhigen Netzwerkphasen bei rund +0,5 % bis +1,0 % j\u00e4hrlich \u2013 Ethereum ist also aktuell mild inflation\u00e4r. Der Knackpunkt: In Hochaktivit\u00e4tsphasen \u2013 DeFi-Booms, NFT-Zyklen, starke On-Chain-Nachfrage \u2013 \u00fcberschreitet die Burn-Rate die Neuemission und ETH wird netto deflation\u00e4r.<\/p>Staking entzieht dem Markt immer mehr ETH<\/h2>
\n\u00dcber 30 Millionen ETH<\/strong> \u2013 rund 25 % des Gesamtangebots<\/strong> \u2013 sind derzeit im Beacon-Chain-Staking gebunden. Nach dem Shanghai-Upgrade im April 2023, das erstmals Abhebungen erm\u00f6glichte, hat die Staking-Beteiligung nicht abgenommen, sondern zugenommen. Der effektiv handelbare Float des ETH-Markts ist damit strukturell kleiner als die Gesamtmarktkapitalisierung suggeriert.<\/p>Exchange-Reserven auf Mehrjahrestief: Was die Abfl\u00fcsse signalisieren<\/h2>
\nDie On-Chain-Datenlage ist eindeutig: Der Anteil des ETH-Angebots auf zentralisierten B\u00f6rsen ist von 32 % im Juni 2020 auf aktuell rund 11 % gefallen \u2013 ein vertikaler R\u00fcckgang, der sich laut Marktdaten besonders seit Anfang 2026 beschleunigt hat. Daten von CryptoQuant<\/a> und Glassnode best\u00e4tigen den Trend: ETH verl\u00e4sst B\u00f6rsen in einem Ausma\u00df, das historisch oft Akkumulationsphasen vorausging.<\/p>
<\/p>Bullisches Szenario: Wann wird der Supply-Squeeze preisrelevant?<\/h2>
\nDas bullische Szenario setzt eine klare Bedingung: Wenn die Nachfrage nach ETH anzieht \u2013 getrieben durch Zufl\u00fcsse in US-Spot-ETFs, steigende DeFi-TVL oder erh\u00f6hte Mainnet-Aktivit\u00e4t oberhalb der Burn-Breakeven-Schwelle \u2013 trifft diese Nachfrage auf ein historisch knappes Angebot. Das Ergebnis w\u00e4re eine \u00fcberproportionale Preisreaktion.<\/p>B\u00e4risches Szenario: Supply-Squeeze ohne Nachfrage verpufft<\/h2>
\nDas Gegenargument ist strukturell: Sinkendes Angebot allein erzeugt keinen Preisanstieg, solange die Nachfrage nicht mitzieht. Ethereum k\u00e4mpft mit einem fundamentalen Ertragsdilemma: Layer-2-Netzwerke wie Base<\/strong> und Polygon<\/strong> kanalisieren wachsende Nutzerzahlen am Mainnet vorbei, was die Geb\u00fchreneinnahmen der Basisschicht und damit die Burn-Rate unter Druck setzt.<\/p>ETH-Kurs: Entscheidende Marken im Blick<\/h2>
\nTechnisch bewegt sich ETH in einer fragilen Struktur. Der Bereich um 2.000\u20132.100 USD<\/strong> fungiert als kurzfristige Unterst\u00fctzungszone; ein Bruch darunter w\u00fcrde den Weg in Richtung 1.800 USD<\/strong> \u00f6ffnen, wo sich historische Demand-Zonen aus dem Jahr 2024 befinden. Auf der Oberseite liegt der erste relevante Widerstand bei 2.400 USD<\/strong>, gefolgt von der 200-Tage-EMA<\/strong>, die aktuell deutlich h\u00f6her verl\u00e4uft.<\/p>