SpaceX IPO: Verdrängt der größte Börsengang Krypto aus Portfolios?

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

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Zuletzt aktualisiert am: 

Am 12. Juni 2026 beginnt der Handel von SpaceX unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq – zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie und einer Zielbewertung von 1,77 Billionen US-Dollar. Das geplante Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US-Dollar würde damit den Saudi-Aramco-Börsengang von 2019 als größten IPO der Geschichte ablösen.

Für Krypto-Anleger ist die eigentliche Frage nicht, ob SpaceX ein gutes Unternehmen ist – sondern ob der Kapitalabfluss in Richtung SPCX institutionelle Portfolios zwingt, Allokationen in Bitcoin und alternativen Assets zu reduzieren. Die Antwort ist nuancierter, als es die Schlagzeilen vermuten lassen.

Der größte IPO der Geschichte – was steckt dahinter?

Das öffentliche S-1-Prospekt, das Elon Musks Raumfahrtkonzern am 20. Mai 2026 bei der SEC eingereicht hat, offenbart ein Unternehmen, das weit über Raketentechnik hinausgewachsen ist. SpaceX operiert heute in drei Segmenten: Connectivity (Starlink/Starshield), Space (Falcon 9, Starship) und AI Services & Infrastructure nach der vollständigen Integration von xAI am 6. Mai 2026.

SpaceX Starship rocket launching amidst smoke and fire.

Starlink ist dabei das eigentliche Fundament: 11,4 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2025, 4,42 Milliarden US-Dollar operativer Gewinn, 10,3 Millionen aktive Abonnenten im ersten Quartal 2026 – ein Wachstum von über 100 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Morgan Stanley prognostiziert für das Starlink-Segment bis 2030 einen Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar bei einer EBITDA-Marge von rund 50 Prozent.

Die Kehrseite: Der konsolidierte GAAP-Nettoverlust 2025 betrug 4,94 Milliarden US-Dollar, die kumulierten Verluste seit Gründung überschreiten 37 Milliarden US-Dollar. Das KI-Segment (xAI/Grok) wächst mit 22 Prozent deutlich langsamer als vergleichbare KI-Unternehmen – trotz 7,7 Milliarden US-Dollar F&E-Ausgaben allein im ersten Quartal 2026. Das Bewertungsmultiple von 94 bis 107-fachen des 2025er-Jahresumsatzes ist selbst für ambitionierte Tech-IPOs ungewöhnlich hoch.

Verdrängt SPCX Bitcoin aus institutionellen Portfolios?

Ein Emissionsvolumen von 75 Milliarden US-Dollar bindet kurzfristig erhebliche institutionelle Liquidität. Asset Manager mit Multi-Asset-Mandaten, die Risikobudget für SPCX freimachen müssen, könnten Allokationen aus alternativen Assets temporär reduzieren – und Krypto zählt in vielen institutionellen Portfolios genau zu dieser Kategorie.

Der Mechanismus ist bekannt: Institutionelle Krypto-Allokation konkurriert intern mit anderen hochvolatilen, wachstumsorientierten Positionen um dasselbe Risikobudget. Wenn ein einzelnes Asset wie SPCX dieses Budget mit einem potenziellen Nasdaq-100-Fast-Track und damit verbundenen passiven Zuflüssen beansprucht, geraten spekulativere Positionen unter Abgabedruck. Mehrere Asset Manager haben bereits signalisiert, dass sie SPCX zumindest mit einer kleinen Gewichtung beimischen werden, um ihre Benchmarks nicht zu verfehlen.

Bitcoin physical coins on a glittery gold and black background.
Photo by Alesia Kozik on Pexels

Allerdings ist der direkte kausale Zusammenhang nicht belegt. Die Gegenperspektive hat ebenfalls Substanz: Ein erfolgreicher IPO dieser Größenordnung signalisiert ausgeprägte Risk-On-Stimmung an den Märkten – historisch ein positives Umfeld für Bitcoin. Zudem halten institutionelle Investoren Krypto häufig als Makro-Hedge, nicht als direkten Equity-Substitute, was strukturelle Verdrängungseffekte abmildert. Die institutionelle Bitcoin-Nachfrage über CME-Produkte hat sich zuletzt als resilient gegenüber Liquiditätsentzügen gezeigt – ein Datenpunkt, der die Verdrängungsthese relativiert.

Für Portfolios, die gleichzeitig konzentrierte Bitcoin-Positionen über Vehikel wie Michael Saylors Strategy halten, könnte die SPCX-Allokation dennoch konkreten Umschichtungsdruck erzeugen – insbesondere wenn der IPO in der ersten Handelswoche deutlich über dem Ausgabepreis notiert.

So können Anleger jetzt in den SpaceX-IPO investieren

Für deutsche Privatanleger sind grundsätzlich zwei Wege offen: Zeichnung zum IPO-Preis von 135 US-Dollar bis zum Pricing am 11. Juni 2026 oder Kauf am Sekundärmarkt ab dem ersten Handelstag am 12. Juni. Der Unterschied ist strukturell bedeutsam.

Zeichnung zum Ausgabepreis

SpaceX hat im S-1 explizit eine Retail-Tranche von bis zu 30 Prozent (~22,5 Milliarden US-Dollar) für Privatanleger reserviert, die auch Deutschland, Frankreich und weitere europäische Märkte einschließt. Die Retail-Tranche ist laut Berichten mit über 150 Milliarden US-Dollar bereits massiv überzeichnet – Teil- oder Nichtzuteilung ist damit die wahrscheinlichste Ausgangslage.

Zeichnungsorders sind über Trade Republic (direkte IPO-Funktion in der App), ING, Consorsbank, comdirect, Flatex sowie Revolut und DEGIRO möglich. Depot eröffnen, Kapital einzahlen, im IPO-Bereich SPCX auswählen und Stückzahl eingeben – Zuteilung erfolgt nach dem Pricing am Abend des 11. Juni. Deutsche Bank (Maxblue), ING sowie die europäischen Konsortialpartner Deutsche Bank, Société Générale und Banco Santander sind in Underwriting-Gesprächen eingebunden, was den Zugang für europäische Investoren grundsätzlich erleichtert.

Trade Republic app displaying portfolio and investments on mobile and laptop screens.

Kauf am Sekundärmarkt und indirekte Wege

Ab dem 12. Juni ist SPCX über jeden Broker mit Nasdaq-Zugang handelbar – Scalable Capital, Trade Republic, Smartbroker+, comdirect und Flatex eingeschlossen. Der Sekundärmarktpreis wird jedoch voraussichtlich über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar liegen, sofern die Erstnotiz mit dem typischen IPO-Pop eröffnet.

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Wer keine direkte SPCX-Position eingehen möchte, kann über Space-Economy-ETFs partizipieren: Der VanEck Space Innovators UCITS ETF und der ARK Space & Defence Innovation UCITS ETF dürften SpaceX nach der Börsennotierung in ihre Portfolios aufnehmen. Für Pre-IPO-Exposure existieren zudem private Equity-Produkte wie das ARK Private Innovation ELTIF über Plattformen wie NAO, das neben SpaceX auch in unlisted-Technologiewerte wie Databricks investiert – allerdings mit deutlich höherer Illiquidität und entsprechend strengeren MiCA- und BaFin-Anforderungen bei Vertrieb und Prospektpflicht.

SpaceX hat übrigens eine direkte Verbindung zu Krypto-Märkten, die über das institutionelle Portfolioumschichten hinausgeht: Elon Musks Dogecoin-1-Mission hat SpaceX bereits früher in direkten Bezug zu Kryptomärkten gesetzt – ein Detail, das zeigt, wie eng Musk-Ökosystem und Krypto-Sentiment miteinander verknüpft sind.

Nach dem Handelsstart am 12. Juni werden Investoren insbesondere auf Starship-Meilensteine, die Skalierung der orbitalen Datenzentren ab 2028 sowie neue Starshield-Vertragsvolumina achten – diese Faktoren entscheiden darüber, ob die 1,77-Billionen-Dollar-Bewertung mittelfristig fundamentale Deckung findet oder sich als Euphorie-Bewertung herausstellt. Bei stark gehypten Börsengängen gilt historisch: Wer nach der ersten Volatilitätsphase einsteigt, zahlt oft weniger für mehr Klarheit.

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